Neue BtM-Vorschriften zeigen Wirkung | APOTHEKE ADHOC
Florida

Neue BtM-Vorschriften zeigen Wirkung

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Berlin -

Während für Betäubungsmittel (BtM) hierzulande strenge Abgabevorschriften gelten, wurden Opioide in den USA jahrelang ohne jede Kontrolle in sogenannten Schmerztherapiezentren verkauft. Südflorida galt als Epizentrum des Schwarzmarktes für Schmerzmittel. Mittlerweile geht der Staat rechtlich gegen die fahrlässige Abgabe vor. Eine Studie zeigt, dass die neuen Vorgaben Wirkung zeigen.

Im Juli 2011 trat in Florida ein schärferes Gesetz in Kraft, zusätzlich beteiligte sich der Bundesstaat an einem Prescription Drug Monitoring Program (PDMP). Seitdem müssen sich die Schmerzambulanzen registrieren und einen Mediziner als Eigentümer vorweisen können. Außerdem können Ärzte BtM nicht mehr wie früher in ihrer Praxis gegen Bargeld verkaufen. Patienten kommen nur noch über ein Rezept an die Präparate.

Außerdem wurde eine Dokumentationspflicht eingeführt; die Abgabe von BtM muss nun in ein System eingepflegt werden. Das PDMP, die elektronische Datenbank, ermöglicht Apothekern einen schnellen Überblick über die in der Vergangenheit eingelösten BtM-Rezepte.

Dr. Lainie Rutkow von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health hat alle verfügbaren Informationen über BtM ausgewertet, die zwischen Juli 2010 und September 2012 abgegeben wurden. Erfasst wurden die Daten von 2829 Apotheken, 431.890 Ärzten und 2,6 Millionen Patienten. Als Vergleich diente die Entwicklung in Georgia, wo es seinerzeit keine solche Vorschriften gab.

Die im Fachjournal „JAMA Internal Medicine“ veröffentlichte Untersuchung zeigte die Veränderung, vor allem bei den zuvor als „Pill mills“ bekannten Therapiezentren. Im Studienzeitraum wurden rund 37 Millionen Rezepte für Wirkstoffe wie Hydrocodon oder Oxycodon ausgestellt. Für die Studie untersuchten Rutkow und ihr Team die Anzahl der monatliche eingelösten Verschreibungen, die Menge an abgegebenen Opioiden, das durchschnittliche Morphine Milligram Equivalent (MME) je Verschreibung sowie die tägliche Einnahme.

Ein Jahr nach Einführung des neuen Gesetzes und des PDMP war ein Rückgang von 1,4 Prozent bei der Anzahl der Opioid-Rezepte zu verzeichnen, die monatlich eingenommene Menge ging um 2,5 Prozent zurück und das MME um 5,6 Prozent. Der Rückgang sei vergleichbar mit 500.000 Tabletten à 5mg Hydrocodon im Monat. Besonders die Verschreibungen von Oxycodon nahmen ab: Statt 46 Millionen Tabletten wurden nur noch 1,2 Millionen abgegeben. In Georgia waren ebenfalls Rückgänge zu verzeichnen, diese waren aber deutlich weniger stark ausgeprägt.

Inzwischen sind PDMP fast überall in den USA Pflicht. Für Gesetze, die das massenhafte Verteilen der Medikamente eindämmen sollen, haben sich hingegen erst wenige Bundesstaaten entschieden. 2012 wurden insgesamt 259 Millionen Rezepte für Schmerzmedikamente ausgestellt. Rein rechnerisch wird laut den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) jeder der insgesamt 319 Millionen Einwohner mit einem Glas voller Pillen versorgt.

In den vergangenen 15 Jahren sind die Todesfälle aufgrund einer Überdosis verschreibungspflichtiger Präparate enorm angestiegen. Wie die CDC 2014 feststellten, sterben in den USA jeden Tag 46 Menschen an einer Überdosis eines Schmerzmittels, die Sterberate hat sich von 1999 zu 2012 fast vervierfacht.

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