Schmerzmittelsucht: Wholesaler-Apotheken im Visier

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Washington - Eine Sucht geht um in den USA – lange Zeit kaum beachtet, doch mit fataler Wirkung. Sie hüllt die Abhängigen in eine dumpfe Wolke synthetischen Wohlgefühls, der nur schwer wieder zu entrinnen ist. Der Überdosis-Tod von Pop-Ikone Prince im vergangenen Sommer warf ein Schlaglicht auf die Epidemie, die das Leben von Millionen Amerikanern zerstört und sich immer weiter ausbreitet: die Abhängigkeit nach opioidhaltigen Schmerzmitteln.

„Wir sagen jedes Jahr, schlimmer kann es eigentlich nicht werden. Doch bis wir hier eine Trendumkehr schaffen, wird es noch lange Zeit dauern“, sagt Caleb Alexander, Co-Direktor des Johns Hopkins Center für Medikamentensicherheit.

Offiziellen Zahlen zufolge waren 2014 etwa zwei Millionen Amerikaner süchtig nach Opioiden, die eigentlich nur bei stärksten Schmerzen eingenommen werden sollten. Die Mittel sind vom chemischen Aufbau her eng mit Heroin verwandt, wirken ähnlich und machen extrem schnell abhängig. Daneben waren rund 600.000 Menschen heroinsüchtig. Weitere 2,5 Millionen Menschen nehmen Schmerzmittel langfristig auf Rezept ein, wie eine Studie aus dem Jahr 2012 ergab; hier ist die Grenze zwischen Abhängigkeit und Missbrauch fließend.

All das hat fatale Folgen: Fast 19.000 Menschen starben nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC im Jahr 2014 an einer Überdosis dieser Schmerzmittel – vor allem in ärmeren, ländlichen und weißen Gebieten der USA. 10.000 Todesopfer kamen durch Heroin dazu.

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