Zwischenstand Mutationen

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Berlin - Kontaktbeschränkungen, Lockdown-Verlängerungen, Maskenpflicht – die Pandemie hält an. Dazu kommen seit einigen Wochen zwei neue Mutationen, die aktuell in einigen Ländern zu einem rasanten Anstieg der Infektionszahlen führen. Laut aktuellem Kenntnisstand scheinen die Mutationen zwar infektiöser, jedoch nicht tödlicher zu sein.

Dass Viren mutieren ist bekannt. Auch Coronaviren passen sich im Laufe der Zeit immer wieder an ihre Wirte an, um ihr Überleben und ihre Vermehrung bestmöglich zu sichern. Mutationen sind zufällig. Kommt es zu solchen Mutationen, also Kopierfehlern bei der Vermehrung, so wird der genetische Code des Virus verändert. Zu den Mutationen, die aktuell für die Forscher besonders interessant sind, gehören zwei Varianten – eine aus Südafrika, eine aus Großbritannien. Die Mutation aus dem Vereinigten Königreich wird kurz B.1.1.7. genannt. Mittlerweile wurde sie als „Variant of Concern“ (VOC) eingestuft und trägt den Namen VOC2020/12/01. Sie tauchte in Südengland das erste Mal im Dezember auf und sorgt aktuell für hohe Inzidenz Werte in Irland. In Südafrika grassiert die Mutation 501.V2. Zum ersten Mal wurde sie im Oktober entdeckt.

Keine schwereren Verläufe

Mittlerweile sind auf der ganzen Welt Menschen mit den Mutationen infiziert. Erste Auswertungen zeigen jetzt, dass beide Mutationen zwar ansteckender sind, jedoch nicht zu schwereren Verläufen führen. Je nach Untersuchung ist die Infektiösität um 50 bis 70 Prozent gesteigert. Auch in Deutschland wurden mehrere Infektionen mit einer der Mutationen bestätigt. Laut Robert Koch-Institut (RKI) sind Menschen in Baden-Württemberg, Hamburg und Nordrhein-Westfalen bestätigt mit einer der neuen Variante infiziert. Das Problem: Es besteht die Gefahr einer hohen Dunkelziffer, da in Deutschland im Zuge einer PCR-Probe bislang nur selten das Erbgut des Virus entschlüsselt wird.

In Garmisch-Partenkirchen scheint nun ebenfalls eine Mutation gefunden worden zu sein. Derzeit werden die Proben an der Berliner Charité untersucht. Ergebnisse sollen Ende des Monats vorliegen. Noch ist nicht klar, ob die Veränderung Auswirkungen auf die Infektiosität oder die Schwere der Erkrankung hat. Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden weltweit mehr als 12.000 Veränderungen in den Sequenzen des Virus festgestellt.

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