Mutiertes Virus: Falsch negative PCR-Tests

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Berlin - Die Meldungen über eine Mutation von Sars-CoV-2, die mit einem neuen – womöglich ansteckenderem – Stamm einhergeht, sorgt derzeit für Aufregung. Wissenschaftler haben mittlerweile herausgefunden, dass er über 23 genetische Veränderungen verfügt, allerdings sind nur drei davon nach bisherigen Erkenntnissen möglicherweise von gravierender Bedeutung. Mittlerweile wurde der Stamm von einer „Variant Under Investigation“ (VUI) zu einer „Variant of Concern“ (VOC) umbenannt.

Vor etwa einer Woche rückte die in England nachgewiesene Mutation „VOC2020/12/01“ oder auch der Stamm „B.1.1.7“ von Sars-CoV-2 in den Fokus. Es ist bei weitem nicht die erste bekannte Mutation des Coronavirus, zuvor hatten sich bereits verschiedene Stämme unter anderem in Südafrika und Dänemark gezeigt. VOC2020/12/01 scheint sich jedoch im Vergleich zu den bislang bekannten Mutationen schneller zu verbreiten – rund 70 Prozent ansteckender soll der Virusstamm sein.

Drei Veränderungen von Bedeutung

Mittlerweile wurde er genauer unter die Lupe genommen: Dem „Covid-19 Genomics Consortium UK“ zufolge weist er gleich mehrere genetische Veränderungen auf – insgesamt 23 Stück. An 13 Stellen zeigt das Virus sogenannte „non-synonyme Mutationen“, die zu einer Veränderung der Aminosäuresequenz führen. Außerdem gibt es vier „Deletionen“: Darunter versteht man kurze Abschnitte des Virusgenoms, die fehlen und sich ebenfalls auf die Virusstruktur und die Eigenschaften des Stammes auswirken. Hinzu kommen sechs synonyme Mutationen.

Doch nicht alle Mutationen scheinen von Bedeutung zu sein. Dass sich Viren im Laufe der Zeit verändern und mutieren, ist bereits lange bekannt. Art und Lokalisierung der Mutationen bestimmen die Auswirkungen und deren Ausmaß. Am bedeutendsten könnte den Forschern zufolge eine Punktmutation mit dem Namen „N501Y“ sein: Sie tritt an einer Aminosäure in der Rezeptorbindungsstelle des Spikeproteins auf. Dieses ist bekanntermaßen wichtig für den Eintritt in die menschlichen Körperzellen über die ACE2-Rezeptoren. In Tierversuchen führte diese Mutation dazu, dass die Affinität zum Rezeptor erhöht wurde, wodurch das Eindringen des Virus erleichtert wurde.

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