Weitere Impfstoffe kurz vor der Zulassung

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Berlin - Während die Impfstoffforschung bei den meisten Pharmafirmen aktuell noch auf Hochtouren läuft und nur wenige Hersteller bereits den Eintritt in Phase-III verkündet haben, könnte in Russland bald schon der zweite Impfstoff zugelassen werden. Auch in China stehen Medienberichten zufolge mehrere Kandidaten kurz vor der Markteinführung.

Mitte August wurde der erste russische Impfstoff mit dem Namen „Sputnik V” für eine breite Anwendung in der Bevölkerung registriert. Es handelt sich um den generell ersten Impfstoff gegen Covid-19. Die Genehmigung erfolgte, bevor die wichtige Phase-III überhaupt begonnen hatte. Das Vorgehen löste international viel Kritik aus. Mittlerweile wurden Teile der Studieninhalte zu „Sputnik V“ von russischen Wissenschaftlern veröffentlicht. Die vorläufigen Ergebnisse wurden Anfang September im medizinischen Fachblatt „The Lancet“ publiziert. Demnach regt der Impfstoff eine Immunantwort an. So seien bei Teilnehmern – insgesamt waren es 76 – in der Testphase I/II Antikörper gegen das Virus nachgewiesen worden. Bei dem Vakzin handelt sich um einen sogenannten Vektorimpfstoff, der aus zwei Injektionen besteht.

Nun hat Putin gegenüber der Agentur Interfax von einer baldigen zweiten Registrierung eines Impfstoffes gesprochen. Nähere Einzelheiten wurden nicht genannt. Weiteren Berichten zufolge könnte es sich bei der Vakzine erneut um einen Vektorimpfstoff des russischen Forschungszentrums für Virologie und Biotechnologie handeln. In den kommenden Wochen soll die Testung an tausenden Freiwilligen starten. Russland rechnet damit, den Impfstoff Mitte Oktober zuzulassen. Das Institut hatte vor wenigen Tagen bekannt gegeben, dass die Phase-II erfolgreich abgeschlossen werden konnte.

Auch China sieht baldige Zulassung

Auch China sieht eine mögliche Zulassung von Covid-Impfstoffen Medienberichten zufolge in den kommenden Wochen für möglich. Die chinesische National Medicinal Products Administration (NMPA) teilte mit, dass mehrere Kandidaten kurz vor der Zulassung stehen. Virologin Wu Guizhen, Chefexpertin für Biosicherheit am Chinesischen Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention zeigte sich zuversichtlich und datierte eine mögliche Zulassung auf November. Ins Detail ging die Virologin nicht.

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