Corona-Impfstoff

Curevac startet Phase-II

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Berlin -

Das Tübinger Biopharmaunternehmen Curevac hat die zweite Phase bei der Prüfung seines Impfstoffkandidaten eingeläutet.

Der erste Teilnehmer an der klinischen Phase-2a-Studie sei geimpft worden, hieß es in einer Pressemitteilung. Die Studie laufe in Peru und Panama mit 690 gesunden Teilnehmern. Erste Daten werden im vierten Quartal erwartet. Danach plant das Unternehmen den Beginn der globalen klinischen Studie mit bis zu 30.000 Teilnehmern.

Curevac zieht nach

Curevac hatte nach der Mainzer Firma Biontec als zweites deutsches Unternehmen die Genehmigung für eine klinische Studie bekommen. Der Impfstoff der Biopharmafirma basiert auf dem Botenmolekül mRNA und regt im Körper die Bildung eines Virus-Eiweißes an. Dies löst eine Immunreaktion aus, die den Menschen vor dem Virus schützen soll. Die Impfstoff-Studie war Mitte Juni angelaufen.

Das Unternehmen hinkt damit anderen Herstellern hinterher, die bereits die entscheidende Phase-III-Testung begonnen haben. Erst kürzlich gab das US-Biotechunternehmen Novavax bekannt, die Phase-II zum Impfstoffkandidaten mit dem aktuellen Namen NVX-CoV2373 erfolgreich abgeschlossen zu haben und in Phase-III der klinischen Prüfung zu starten.

Laut Verband der forschenden Arzneimittelhersteller (Vfa) befinden sich neben dem Kandidaten von Novavax noch Impfstoffkandidaten der folgenden Unternehmen oder Kooperationen in der klinischen Phase-III:

  • Oxford University (UK), AstraZeneca Life Science
  • Wuhan Institute of Biological Products, Wuhan Institute of Virology der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und Sinopharm
  • Sinovac Biotech
  • Moderna
  • Biontech, Pfizer und Fosun Pharma
  • Beijing Institute of Biological Products und Sinopharm
  • Natl. Gamaleya-Forschungszentrum für Epidemiologie und Mikrobiologie und das Gesundheitsministerium von Russland
  • Cansino Biologics, Beijing Institute of Biotechnology, Academy of Military Medical Sciencesund in Zusammenarbeit mit der PLA of China
  • Janssen (Johnson & Johnson)

Problem: Temperatur

Die Auslieferung und Lagerung könnte bei einigen Impfstoffkandidaten problematisch werden – einige Hersteller geben an, dass die Vakzine bei bis zu -80 °C gelagert werden müssten. In der Apotheke ist dies kaum umzusetzen. Um bei den neuen RNA-Impfstoffen eine chemische Stabilität zu gewährleisten, ist ein tiefgekühlter Transport notwendig. Die Hersteller geben eine Range von -20 bis -80 °C an. Auf dieser Methode, die Ribonukleinsäure (RNA) als Botenstoff benutzt, basieren etwa die Impfstoff-Kandidaten der Partner Biontech und Pfizer sowie von Curevac aus Tübingen. Die temperaturvorgaben könnten über die gesamte Lieferkette hinweg nötig werden.

Impfstoff-Testung der besonderen Art

Die Testung von Impfstoffen gegen Sars-CoV-2 schreitet zügig voran. Um die Wirksamkeit nach der Impfung zu überprüfen, startet in London eine besondere Art der Prüfung: Einige Wochen nach der Verabreichung der Vakzine sollen die Patienten gezielt dem Coronavirus ausgesetzt werden, um die Wirkung zu ermitteln. In die sogenannten „Human-Challenge-Trials“ des London Imperial College sollen gesunde, erwachsene Freiwillige eingeschlossen werden. Durch die Untersuchungen soll die Entwicklung von Impfstoffen letztlich beschleunigt werden. Denn durch das Verfahren kann die Wirksamkeit eines potenziellen Impfstoffkandidaten direkt festgestellt werden.

 

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