Spahn: Keine Schnellzulassung, keine Impfpflicht

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Berlin -

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat in Frankfurt bei Sanofi eine Abfüllanlage für potenzielle Corona-Impfstoffe eingeweiht. Dabei stellte er klar: Es wird weder eine Schnellzulassung geben noch eine Impfpflicht.

Laut Spahn wird es die schnellste Entwicklung eines Impfstoffes gegen ein neues Virus in der Geschichte sein, was auch damit zusammenhänge, dass die ganze Welt zusammenarbeite wie nie zuvor. Sicherheit gehe aber vor Schnelligkeit, so Spahn: „Wir wollen nicht erster sein, wir wollen einen wirksamen und sicheren Impfstoff zualssen.“ Impfungen gehörten zu den Bereichen im Gesundheitswesen, die ein hohes Maß an Vertrauen bräuchten: Denn einerseits würden sie gesunden Menschen verabreicht, andererseits würden Hundertemillionen oder gar Milliarden Menschen geimpft. „Da ist es wichtig, dass man verlässliche Informationen zu Wirkung und Nebenwirkungen hat.“

Sputnik sugggeriere den Anspruch, man wolle unbedingt Erster sein. „Das ist nicht das, was uns treiben sollte.“ Vielleicht sei Sputnik sogar ein guter Impfstoff, aber sollte es nicht so sein, könnte das Vertrauen kosten – und zwar weltweit.

Spahn stellte auch klar, dass es keine Impfpflicht geben wird: „Was wir wollen, ist ein Angebot, das auf freiwilliger Basis in Anspruch genommen werden kann.“ Aus seiner Sicht reicht es – anders als etwa bei Masern – aus, dass sich 65 Prozent der Menschen impfen lassen, um die Dynamik des Virus zu durchbrechen. Er sei sicher, dass man diese Quote erreichen werde, auch weil es sich um einen neuen Impfstoff handele.

Um am Tag nach der Zulassung sofort mit der Produktion beginnen zu können, sei es wichtig, parallel zur Entwicklung mit dem Aufbau von Kapazitäten zu beginnen. Hier müsse man den Unternehmen, die ins Risiko gingen, auch zur Seite stehen. Denn es sei ja gar nicht klar, ob ein Impfstoff am Ende tatsächlich die Zulassung erhalte – auch wenn man heute optimistisch sein dürfe. Aus diesem Grund setze man auch nicht nur auf einen Hersteller und eine Technologie. Zu den Prämissen, die man innerhalb der EU vereinbart habe, gehöre auch, dass es keine Alleingänge der großen Länder geben werde. Vielmehr habe man eine europäische und internationale Verantwortung.

Thomas Triomphe, Chef von Sanofi Pasteur, erklärte, dass der gemeinsam mit GlaxoSmithKline (GSK) entwickelte Impfstoff in Phase-II sei und ab Dezember in Phase III getestet werden solle. Zur selben Zeit sollen auch die Phase-I/II-Tests für die mit Translate Bio entwickelte mRNA-Vakzine beginnen. „Die Welt wartet auf Impfstoffe gegen Covid-19“, so Triomphe.

Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir bezeichnet die Produktion als „Flaschenhals“ bei der Bereitstellung eines Impfstoffes. Je mehr man produzieren könne, umso besser werde auch die Verteilung laufen. Er sei stolz, dass Hessen dabei als Standort eine Schlüsselrolle spiele.

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