Ramschgefahr

Web-App ermöglicht Überprüfung von Schnelltests

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Berlin -

Über 600 verschiedene Antigen-Schnelltests zum direkten Erregernachweis von Sars-CoV-2 sind aktuell in Deutschland verfügbar. Viele von ihnen tragen einen eigenen Namen, stammen aber aus der gleichen Fabrik. Für den Laien ist nur schwer zu ermitteln, ob es sich beim vorliegenden Test um einen durch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) validierten Test handelt. Eine Web-App soll nun helfen, Ramsch von qualitativ hochwertigen Tests zu unterscheiden.

Welchen Schnelltests soll ich nehmen? Diese Frage stellen sich Bürger:innen immer wieder. Dabei lassen die teilweise sehr niedrigen Preise vermuten, dass die Sensitivität des Tests nicht ausreichend ist, um eine Sars-CoV-2-Infektion zuverlässig nachzuweisen. Doch der Preis allein kann kaum Aufschluss über die Qualität des Tests geben. So können Kund:innen nur auf eine Liste des BfArM zurückgreifen. Hier sind alle verfügbaren Schnelltests zur Eigenanwendung aufgelistet. Zudem kann geschaut werden, ob der Schnelltests bereits durch das PEI validiert wurde.

Sensitivität nicht immer ausreichend

Das PEI prüft fortlaufend Schnelltests auf ihre Sensitivität. Nicht immer können die Tests den Kriterien der Validierung standhalten und fallen durch. Grundlage der Sensitivitäts-Untersuchung ist ein gemeinsames Datenpanel, welches vom Robert Koch-Institut (RKI) entwickelt wurde. „Als minimal akzeptierte Sensitivität wurde ein Wert von 75 Prozent festgelegt, bezogen auf einen Ct-Wert < 25“, informiert das PEI. Der Ct-Wert gibt an, welche Virusmenge im Sekret vorhanden ist. Dabei gilt: Je geringer der Ct-Wert, desto höher die Viruslast. Der Grenzwert von 75 Prozent bei einem Ct-Wert von <25 wurde von zahlreichen Tests nicht erreicht.

App soll Hilfestellung geben

Die Web-App Schnelltesttest.de soll unsicheren Kund:innen dabei helfen, eine Kaufentscheidung zu treffen. Nach dem Scannen des Barcodes wird angezeigt, ob man ein vom PEI validiertes In-vitro Diagnostikum in der Hand hält oder nicht. Die Entwickler der Web-App wollen die PEI- und BfArM-Daten auch unterwegs vom Smartphone aus einfacher durchsuchbar machen.

Hinter der Anwendung steckt das Team von „Zerforschung“, einem Kollektiv aus Menschen, die Spaß daran haben, Technik auseinander zu nehmen und zu verstehen, wie sie sich selbst beschreiben. Zerforschung ist es wichtig, mit der Community zusammenzuarbeiten. Also – wer Fehler in der App oder noch nicht eingepflegte Barcodes entdeckt, der soll Kontakt mit dem Team aufnehmen, sodass die Anwendung besser werden und wachsen kann.

Nach dem Einscannen des Barcodes erscheint entweder ein grüner Haken oder ein rotes Symbol. Zusätzlich dazu werden der Name des Tests und der Prozentsatz, mit dem Infizierte mit hoher Viruslast erkannt werden, angegeben. Es wird auch der Prozentsatz angeben, mit dem Infizierte über alle Viruslasten hinweg erkannt werden. Unter den Werten findet sich der Hinweis, dass die Zahlen vor Omikron erhoben wurden.

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