Zava Telemedizin Report

Videosprechstunden bereits in 25.000 Arztpraxen APOTHEKE ADHOC, 23.07.2020 11:56 Uhr

Berlin - Die digitale Transformation des deutschen Gesundheitssystems schreitet kontinuierlich voran und hat im Zuge der Corona-Pandemie einen starken Aufschwung erfahren. Die Online-Arztpraxis Zava, früher DrEd, hat das Thema Telemedizin in Deutschland anhand aktueller Zahlen und Studienergebnisse untersucht und in einem Online-Report aufbereitet. Danach stiegt seit März die Zahl der Videosprechstunden exorbitant an. Zava erwartet, dass sich deshalb das Berufsbild des Arztes verändern wird und sich neue Gesundheitsberufe entwickeln werden.

Nutzten laut Zava im Februar 2020 schon 1700 Arztpraxen in Deutschland Videosprechstunden, stieg diese Zahl im Zuge der Corona-Krise bis April auf 25.000 an, was einem extremen Wachstum von 1370 Prozent entspreche. „Die Digitalisierung setzt sich durch im Patienten- und Arzt-Alltag: Telemedizinische Beratung und Behandlung sind nicht nur bequemer und zeitsparender, sondern in Zeiten einer Pandemie vor allem auch sicherer“, sagt Zava-CEO David Meinertz. Wie der Telemedizin Report zeigt, wird das gesteigerte Interesse an der digitalen Sprechstunde auch durch den Anstieg entsprechender Google-Suchanfragen wie etwa „Sprechstunde online“ deutlich. Die Umstellung auf die digitale Praxis scheine zu funktionieren: Vier von fünf Deutschen, die die Videosprechstunde bereits genutzt haben, würden dies erneut tun.

Auch wenn Deutschland die Digitalisierung des Gesundheitssystems unter hohem Druck zu meistern scheine, bestehe im Vergleich zu anderen europäischen Staaten noch erheblicher Nachholbedarf, so der Report. Im „Digital Health Index“, der den Digitalisierungsgrad beschreibt, belegt Deutschland danach von 14 Ländern den vorletzten Platz. Eine besonders große Hürde stelle hierzulande das Thema Datenschutz dar: Nach Einschätzung von Dr. Lena Harmann, Head of Legal bei Zava, liegen die Gründe hierfür in den vergleichsweise strengen Regelungen der Datenschutzgesetze auf Bundes- und Landesebene sowie der Tatsache, dass jedes Bundesland über eine eigene Datenschutzbehörde verfügt. Dies führe „zu zusätzlichen Unwägbarkeiten in der Anwendung und Auslegung der Datenschutzvorgaben“.

Technologische Innovationen im Bereich KI sind laut Zava-Report in der Verwaltung etwa bei der Transkribierung von Behandlungsprotokollen bereits auf breiter Ebene angekommen, doch gerade in Diagnostik, Behandlung und Nachversorgung kann KI der Medizin neue Möglichkeiten eröffnen. Dies zeigten unter anderem aktuelle Forschungsprojekte wie „Enhanced Recovery after Intensive Care“ (ERIC) und TrueBrainConnect der Charité Berlin. Das große Potenzial von Innovationen im eHealth-Bereich hätten internationale Tech-Giganten wie Google und Microsoft längst erkannt und investierten bereits hohe Summen in entsprechende Startups.

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