Testzentren: Apotheken setzen auf eigene Software-Lösung

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„Das System ist voll verschlüsselt und die Kunden müssen sich zum Abruf des Testergebnisses mehrmals authentifizieren“, erklärt Fries. So werde eben auch kein Testergebnis geschickt, sondern lediglich der Zugangslink zum gesicherten Abruf des Zertifikats samt Foto des Teststreifens. Iltgen-Breburda sieht den Nutzen vor allem aus Apothekensicht: Über das Backend sei die Terminverwaltung und Abrechnung mit sehr geringem Arbeits- und Personalaufwand zu stemmen. „Tracemedics hat den Prozess an unsere Wünsche angepasst, sodass wir den Workflow sehr rund und leicht zu handhaben empfinden. Auch das Booking läuft subjektiv empfunden sehr viel runder“, sagt sie. „Ich will Doctorbox überhaupt nicht negativ beurteilen – ich glaube, dass jedes System seine Stärken hat. Aber wir haben einfach die beste Anwendung für unsere eigenen Bedürfnisse geschaffen.“

Ausgehend von Iltgen-Berbrudas und Koch-Göpfrichs Apotheke hat sich das System bereits rein über Mundpropaganda verbreitet. „Unsere ersten Kunden sind allesamt entlang der Schwarzwald-Achse: in Freiburg, Dreisamtal, Titisee-Neustadt und Konstanz“, sagt Fries. „Mittlerweile kommen sogar Apotheken aus Berlin und Hamburg auf uns zu. Das hat sich wohl rumgesprochen. Darüber sind wir sehr glücklich – vor allem, weil wir bisher keinerlei Sichtbarkeit hatten und nur über Empfehlungen an Kunden kamen.“

Das will Fries nun ändern. Er bietet seine Testzentrums-Software nun deutschlandweit über eine eigene Webseite an und will sie in zwei Paketen verkaufen: für 185 plus 24 Euro monatlich erhalten auch Apotheken mit wenig Testaufkommen das System als Landingpage mit eigenen Farben und Logo, für 975 Euro erhalten sie eine komplett eigene Website für das Testzentrum inklusive Domain und eigenem Design. Zusätzlich berechnet Transmedics jedoch eine Provision pro Test: 35 Cent plus 2,49 Prozent des Endkundenpreises. „Wir nehmen exakt die gleiche Gebühr wie PayPal“, betont Fries dabei.

 

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