Deutschlandfunk zu Lage der Apotheken

Schmidt: Politik muss sich zu Apotheken bekennen APOTHEKE ADHOC, 04.08.2020 10:41 Uhr

Berlin - Die Corona-Krise hat den Apotheken in der medialen Öffentlichkeit größere Aufmerksamkeit gebracht. Zeitungen, Magazine, TV-Sender berichteten bereits über die besondere Rolle der Apotheken bei der Versorgung der Bevölkerung nicht nur mit Arzneimitteln, sondern auch mit den zeitweise zur Mangelware gewordenen Desinfektionsmitteln. Jetzt hat sich auch der Deutschlandfunk (DLF) mit der Lage der Apotheken befasst. Abda-Präsident Friedemann Schmidt kommt auch zu Wort. Er schildert die Herausforderungen des Apothekenalltags und fordert von der Politik ein klares Bekenntnis zur Apotheke vor Ort: „Da muss die Politik sich mal klar bekennen, muss sagen: Das wollen wir behalten.“ 

Am Beispiel von Apotheker Hans-Georg Hannappel beschreibt der DLF den Alltag in der Apotheke. Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie sei die Offizin mit einer Plexiglasscheibe vom Eingangsbereich für die Kunden abgetrennt. Aber das tue dem Zulauf keinen Abbruch. In Großenbrode, so Hannappel, sei seine Apotheke mehr als eine Ausgabestelle für Aspirin: „Dadurch, dass auf dem Land eigentlich die Läden weggefallen sind, wo die Leute Zeit haben, sich zu unterhalten – im Supermarkt sowieso nicht und diese Tante-Emma-Läden sind weg. Und dementsprechend haben Apotheken das mit übernommen. Aber jetzt nicht freiwillig, sondern irgendwem müssen die Leute ja erzählen, dass das Kind eine Steißgeburt hatte oder nicht.“ Und der 63-jährige Hannappel sucht bisher erfolglos einen Nachfolger. So wie ihm ergeht es derzeit vielen Kollegen.

Dazu, sagt Schmidt, werde vieles in der Apotheke immer kleinteiliger reguliert: „Welche Arzneimittel dürfen wann abgegeben werden? Wie erfolgt die Preisgestaltung? Dieses ganze Thema der Rabattverträge, der darauf aufbauenden Regulatorik, die ständige Sorge vor – Retaxation heißt es bei uns – also Rechnungsbeanstandung durch die Krankenkassen, die die Apotheken stark belasten.“ Dazu kämen Dokumentationspflichten für neuartige Arzneimittel, die Umsetzung der Datenschutzverordnung in den Apotheken oder die Bonpflicht. Friedemann Schmidt kenne eine Menge Erklärungen, warum die Übernahme einer Apotheke heute viele junge Menschen eher abschrecke. Zu den bürokratischen Hindernissen komme das finanzielle Risiko. Um sich zu rechnen, brauche eine Apotheke drei- bis viertausend Menschen in ihrem Einzugsgebiet. Doch das sei nicht mehr an allen Standorten gegeben. Die medizinische Versorgung zentralisiere sich.

Noch gebe es zwar ein funktionierendes Netz an wohnortnahen Apotheken, so der Abda-Präsident, aber: „In den Städten merken wir, dass die Stadtrandgebiete Ärzte verlieren und immer mehr in die Zentren reingehen, weil das attraktiver ist.“ Damit verliere auch die Apotheke im Stadtrandgebiet einen Gutteil ihrer Kundschaft und lasse sich dann nicht mehr wirtschaftlich betreiben. Noch schwieriger sei diese Entwicklung auf dem Land abzufedern. Schmidt: „Auf Sicht werden wir sehen, dass in ländlichen Regionen die Wege extrem lang werden. Wir gleichen das im Moment durch vermehrten Einsatz von aufsuchender Betreuung aus, also Botendienste in der Pandemie. Aber auch vorher war das so, dass die Kollegen, die auf dem Land tätig sind, dann riesige Gebiete versorgen, auch dadurch, dass sie hinfahren oder hinfahren lassen.“

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