Verbandschef lobt Arbeit in der Krise

„Gäbe es die Abda nicht, müsste man sie erfinden“

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Berlin -

Eine Diskussion über eine Reform der Abda „ohne Denkverbote“ hat der Vorsitzende des Apothekerverbandes Brandenburg, Olaf Behrendt, in einem Mitgliederrundschreiben angekündigt. Zwar habe sich die Abda in der Coronakrise als handlungsfähig erwiesen. Allerdings hätten sich Kammern und Verbände mit Abda-Präsident Friedemann Schmidt darauf verständigt, „dass in absehbarer Zeit eine Analyse der Organisationsstruktur von Abda, Kammern und Verbänden erfolgen wird, in die wir externen Sachverstand einbeziehen werden“. Auf dieser Grundlage werde die Abda dann Entscheidungen treffen müssen, „wie wir unsere Standesvertretung reformieren und neu ausrichten wollen“. Behrendt: „Die Diskussion dazu muss ergebnisoffen und ohne Denkverbote erfolgen.“

Trotzdem ist Behrendt mit der Arbeit der Abda während der Coronakrise zufrieden: Die Absage des diesjährigen Deutschen Apothekertags (DAT) sei zwar „sehr bedauerlich“, eine andere Entscheidung wäre aber nicht vertret- und verantwortbar gewesen. Gerade in der Krise habe sich aber auch gezeigt, dass die Strukturen der Abda funktionierten und sowohl die Mitgliedsorganisationen als auch die Bundesebene effizient weiterarbeiten konnten.

Insbesondere der Geschäftsbereich Recht der Abda habe in kürzester Zeit alle Gesetze, Verordnungen und Regelungen auf den Prüfstand gestellt und der Politik Vorschläge unterbreitet, welche Änderungen im Apothekenrecht für die Bewältigung der Krise nötig seien. Dies alles zeuge von der Kompetenz und der Umsichtigkeit „mit der Lutz Tisch, der Geschäftsführer Recht, und sein Team gearbeitet haben“, so Behrendt weiter. Dies gelte auch für den Deutschen Apothekerverband (DAV).

Er jedenfalls komme zu dem Schluss: „Gäbe es die Abda nicht, hätten wir sie spätestens für die Bewältigung der Corona-Krise erfinden müssen. Alle gemeinsam sollten wir öfter einmal darüber nachdenken, was wir an der Abda haben und was uns ihre Arbeit wert ist.“

Völlig anders bewerte er das Verhalten des GKV-Spitzenverbandes: Dieser habe sich einmal mehr als wenig kompromissbereiter und kooperativer Gesprächspartner erwiesen. In „äußerst schwierigen Verhandlungen“ sei es den Vertretern des DAV dennoch gelungen, praxistaugliche Regelungen herbeizuführen.

„Wenn die Vorlage der Eilverordnung durch das Bundesgesundheitsministerium den GKV-Spitzenverband zu der Einschätzung veranlasst, dass eine Honorierung des Botendienstes zu Covid-19-Zeiten unnötig wäre, weil der Botendienst einzig und allein ein Kundenbindungsinstrument der Apotheken sei, dann spricht das für sich. Und wenn auch die Zahlung einer Pauschale zur Finanzierung von Hygienemaßnahmen abgelehnt wird, dann spricht auch das für sich.“ Offensichtlich gehe es dem GKV-Spitzenverband nicht um die bestmögliche Versorgung seiner Versicherten, es gehe ihm nicht um den Infektionsschutz in den Apotheken. Es gehe ihm einzig und allein „ums Kaputtsparen“.

GKV-Vorstandvorsitzende Dr. Doris Pfeiffer müsse sich schon fragen lassen, wie sie das in Zeiten, in denen sich viele Krankenkassenvertreter aus Gründen des Infektionsschutzes im Homeoffice befänden, „wir hingegen tagtäglich in der Apotheke einem erhöhten Ansteckungssrisiko ausgesetzt sind, ehrlicherweise und ernsthaft vertreten kann“.

Der GKV-Spitzenverband sei nur ideologisch motiviert, ohne jegliche Kenntnis der Situation vor Ort und agiere in keiner Weise im Sinne seiner Versicherten. Allerdings hätte er sich dazu auch einmal von der Stabsstelle Kommunikation der Abda ein eindeutiges Statement gewünscht. Behrendt: „In puncto Öffentlichkeitsarbeit der Abda läuft – jedenfalls aus meiner Sicht – derzeit doch einiges eher suboptimal.“

 

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