Boni-Verbot oder RxVV: Abda treibt Abgeordnete an

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Berlin - Die Abda will kurz vor der parlamentarischen Sommerpause die Bundestagsabgeordneten auf das Apothekenstärkugsgesetz (VOASG) einschwören. Die Abgeordnetenbüros werden mit XXL-Flyern über die Leistungen der Apotheke aufgeklärt und um Unterstützung des VOASG gebeten. Motto: „Eigentlich ist es ganz einfach…“

Bei der ABDA-Mitgliederversammlung wurde am vergangenen Mittwoch der Beschluss gefasst, den Druck auf die Bundesregierung zu erhöhen. Diese wird aufgefordert, das Vor-Ort-Apothekenstärkungsgesetz noch in diesem Jahr zur Verabschiedung in den Bundestag zu bringen, so der einstimmig verabschiedete Entschließungsantrag.

Parallel werden mit der Flyeraktion die Abgeordneten angegangen. Auf den gefalteten Karten in Übergröße heißt es: „Die Apotheken erbringen ihre Leistungen überall in Deutschland und rund um die Uhr. Sie versorgen jeden Patienten entsprechend seinem individuellen Bedarf. Die Vorzüge dieses dezentralen, flächendeckenden Arzneimittelversorgungssystems sind in der Corona-Pandemie besonders sichtbar geworden. Um seinen Fortbestand in Zukunft gewährleisten zu können, brauchen die Apotheken aber verlässliche ordnungspolitische Rahmenbedingungen.“

Einer der wichtigsten Eckpfeiler der Arzneimittelversorgung seien bundesweit einheitliche Abgabepreise für ärztlich verordnete Medikamente. Sie verhinderten, dass Patienten ungleich behandelt beziehungsweise durch überhöhte Preise „abgezockt“ werden. Und sie wendeten ab, dass Apotheken vor Ort „durch unwirtschaftliche Tiefstpreise ruiniert“ werden und das Versorgungsnetz ausgedünnt wird.

Seit fast vier Jahren werde diese Gleichpreisigkeit aber unterlaufen, so die Abda mit Verweis auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs im Oktober. Damit habe der EuGH „eine schwere Wettbewerbsschieflage zu Lasten der Apotheken vor Ort ausgelöst“. Die Auswirkungen würden mit der Einführung des E-Rezepts noch wesentlich stärker spürbar werden, so die Befürchtung der Abda.

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