2 Ansteckungen in 20 Tagen

Reinfektionen: Immer mehr Menschen stecken sich erneut an

, Uhr
Berlin -

Die Ansteckungen mit Sars-CoV-2 haben in den vergangenen drei Jahren immer größere Kreise gezogen. Viele Menschen haben sich mittlerweile sogar mehrfach mit dem Virus infiziert. In Einzelfällen kommt es sogar innerhalb kürzester Zeit zu einer Reinfektion, wie der Fall einer jungen Frau aus Spanien zeigt.

Immer mehr bereits einmal mit dem Coronavirus infizierte Menschen stecken sich einem Zeitungsbericht zufolge erneut an. Mehr als 70.000 Personen im Südwesten hätten sich schon mindestens zweimal angesteckt, schreiben die „Stuttgarter Nachrichten“ und die „Stuttgarter Zeitung“ und beziehen sich dabei auf Angaben aus dem Landesgesundheitsamt (LGA). Demzufolge betrug der Anteil sogenannter Reinfektionen im April bereits 3,8 Prozent aller nachweislich Infizierten. Im Dezember vergangenen Jahres seien es nur 0,5 Prozent gewesen.

Infektion mehrfach mittels PCR nachgewiesen

Erstmals lägen aus der Gesundheitsverwaltung nun Daten zu diesem Thema vor, schreiben die Zeitungen. Als Reinfektion gelte dabei eine zum wiederholten Mal mit einem PCR-Test nachgewiesene Corona-Infektion. „Rechnet man die Werte aus Baden-Württemberg auf Deutschland hoch, dürften sich seit Jahresbeginn mehr als 500.000 Menschen zum wiederholten Mal angesteckt haben“, heißt es in dem Bericht.

Bereits zu Beginn der Pandemie waren Reinfektionen ein Thema – denn nach durchgestandener Infektion wurde zunächst von einer Immunität ausgegangen. Einzelfälle zeigen jedoch, dass es selbst kurz nach durchgestandener Covid-Erkrankung oder vollständiger Impfung zu Mehrfachansteckungen kommen kann.

Fallbericht aus Spanien: 2 Ansteckungen in 20 Tagen

So infizierte sich eine junge Frau aus Spanien beispielsweise innerhalb von 20 Tagen zweimal mit Sars-CoV-2. Der Fall wurde auf dem European Congress of Clinical Microbiology and Infectious Diseases vorgestellt. Nach Angaben der Expert:innen war die 31-Jährige geimpft und geboostert. Genomanalysen zeigten, dass die erste Infektion mit der Delta-Variante erfolgte. Die Zweitinfektion wenige Tage später wurde dann durch die Omikron-Variante ausgelöst.

Die Spanierin war im Gesundheitswesen beschäftigt und im Dezember im Rahmen von Routinetestungen am Arbeitsplatz positiv getestet worden. Sie zeigte keine Symptome, isolierte sich jedoch für zehn Tage. Anfang Januar klagte sie dann über leichte Beschwerden wie Husten, Unwohlsein und Fieber. Der PCR-Test fiel schließlich erneut positiv aus.

Die Expert:innen gehen davon aus, dass die Ansteckung nur durch die unterschiedlichen Varianten möglich war. Eine chronische Infektion schließen sie aus. Der Fall zeige jedoch, dass die Omikron-Variante ein großes Potenzial besitze, den Impfschutz oder eine Immunität von vorangegangenen Infektionen zu umgehen.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Umlautprobleme und Botendienstsorge
E-Rezept: Vor- und Nachteile in der Praxis»
Ärzt:innen warnen vor Zwangseinführung
KV Hessen: Resolution gegen das E-Rezept»
GKV: Großhandel soll Tamoxifen bündeln
Tamoxifen: Dreifache Zuzahlung bei Stückelung»
21. und 22. Mai – Jetzt noch anmelden!
APOTHEKENTOUR: „Offenbach, wir kommen“»
Apotheken können Ausstellung abrechnen
Abgelaufene Impfzertifikate: Abrechnung und Tipps»
Auf antibakterielle Wirkstoffe besser verzichten
Hautcremes können dem Mikrobiom schaden»
Erste Leitlinie für Diagnose & Behandlung
Vitiligo: Wenn der Haut die Pigmente fehlen»