28 Millionen verschobene Eingriffe

Krebspatienten warten weltweit auf OP's Alexandra Negt, 19.05.2020 08:57 Uhr

Berlin - Weltweit wurden rund 28 Millionen chirurgische Eingriffe aufgrund der Corona-Pandemie verschoben, das ist das Ergebnis einer globalen Datenerhebung von Wissenschaftlern einer Abteilung des National Institute for Health Research (NIHR) der Universität Birmingham in England. Das „Abarbeiten“ dieser aufgeschobenen Operationen könne Monate bis Jahre dauern, schätzen die Forscher. Besonders betroffen seien ärmere Länder – hier würden aktuell am meisten Eingriffe nicht stattfinden. Onkologen fürchten eine zweite Tumorwelle im Herbst.

Um ausreichend freie Betten für eventuelle Covid-19-Patienten frei zu halten, wurden die Krankenhäuser dazu angehalten, nur noch dringend notwendige Operationen durchzuführen. Millionen von chirurgischen Eingriffen werden aktuell weltweit aufgrund der Pandemie vereschoben. Insgesamt handelt es sich um rund 28 Millionen OP’s, so das Ergebnis einer globalen Datenerhebung von Wissenschaftlern einer Abteilung des National Institute for Health Research (NIHR) der Universität Birmingham in England.

Jede Woche 2,4 Millionen Aufschübe

Aus den modellierten Abschätzungen ergab sich, dass die Zahl der verschobenen Eingriffe bei Beibehaltung der eingeschränkten Kapazitäten wöchentlich um 2,4 Millionen steigt. Die Daten stammen von Angaben aus 359 Kliniken aus 71 Ländern. Diese Daten wurden dann für 190 Länder hochgerechnet. Ein vergleichbarer Datensatz wurde bislang noch nicht erhoben. „In diese Modellierungsstudie gingen auch die Daten einer Umfrage aus 34 deutschen Kliniken ein“, erläutert Markus Albertsmeier, Chirurg am Münchner LMU-Klinikum, der mit anderen deutschen Chirurgen an der Datenerhebung teilnahm. Für Deutschland ergebe sich eine Zahl von 908.759 aufgeschobenen Operationen.

Sonderfall Krebsoperationen

Unter den aufgeschobenen Eingriffen sind auch zahlreiche Krebsoperationen. Rein rechnerisch wurden laut der Datenerhebung 52.000 Krebsoperationen aufgeschoben. Das entspreche einem Anteil von rund einem Viertel aller Eingriffe bei malignen Erkrankungen. Albertsmeier erklärt, dass nicht jeder Aufschub einer tumorbedingten Operation zwangsläufig mit einer Verschlechterung der Prognose einhergeht. Bei einigen Tumoren spiele beispielsweise auch die Strahlentherapie eine Rolle. „Die deutschen Kapazitäten werden allgemein so eingeschätzt, dass keine dringende Krebsoperation hinausgezögert werden muss“, betont er. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass es viele Monate, wenn nicht gar Jahre dauern könnte, bis alle aufgeschobenen Eingriffe nachgeholt werden konnten.

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