In-vitro-Studie: Imupret gegen Corona | APOTHEKE ADHOC
Erkältungsmittel

In-vitro-Studie: Imupret gegen Corona

, Uhr
Berlin -

Mittel gegen milde Covid-Verläufe sind rar, doch es liegt nahe, dass einige Klassiker aus der Sichtwahl auch bei Corona-Infektionen die Symptome lindern können. Eine in-vitro Studie zeigt, dass das Phytotherapeutikum Imupret gegen Sars-CoV-2 wirkt.

In der Studie des Herstellers Bionorica wurde die Wirkung von Imupret auf die Bindung zwischen Spike-Protein von Sars-Cov-2 und einem menschlichen ACE2-Rezeptor direkt zu Beginn des viralen Vermehrungszyklus untersucht. Für diese Analyse wurde ein kommerziell erhältliches Screening-Kit (ELISA) verwendet. In diesem Versuchsaufbau konnte die Interaktion zwischen Spike-Protein und ACE2-Rezeptor um bis zu 86 Prozent gehemmt werden. Dies deutet laut Hersteller darauf hin, dass der Eintritt der Viren in die Zellen durch Imupret potentiell inhibiert werden kann.

Außerdem wurde untersucht, ob Imupret die unspezifische Immunantwort humaner Lungenepithelzellen in-vitro modulieren kann. Nach Stimulation der Zellen mit dem viralen Spike-Protein wurde hierfür exemplarisch die Expression des humanen β-Defensins 1 (HBD1) und des Cathelicidins LL-37 analysiert. Beides sind antimikrobielle Peptide, die sich gegen eine Bandbreite an Viren richten können. Die Vorbehandlung mit dem Phytopharmakon steigerte die Expression von HBD1 um bis zu 50 Prozent und von LL-37 um bis zu 84 Prozent. So kann Imupret laut Bionorica eine verstärkte zelluläre Abwehr nach sich ziehen.

Grundsätzlich zielt die Therapie von viralen Atemwegsinfekten auch auf weitere Ansatzpunkte ab, zum Beispiel auf spezielle Zellen des Immunsystems. So wird die Aktivität der Natürlichen Killerzellen (NK-Zellen), die Virus-infizierte Zellen gezielt erkennen und inaktivieren, durch Imupret um bis zu 140 Prozent gesteigert, wie aus früheren Untersuchungen bekannt ist. Außerdem ist laut Hersteller bekannt, dass Imupret die Vermehrung von Erkältungserregern um bis zu 90 Prozent hemmen kann.

Imupret enthält Eibischwurzel, Kamillenblüten, Schachtelhalmkraut, Walnussbätter, Schafgarbenkraut, Eichenrinde und Löwenzahnkraut und wird als traditionelles pflanzliches Arzneimittel bei ersten Anzeichen und während einer Erkältung verwendet wie Kratzen im Hals, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und Hustenreiz.

Auch andere Mittel, die bei Erkältung eingesetzt werden, wurden bereits auf ihre Wirkung bei Covid-19 untersucht, darunter Linolasept, Gelomyrtol forte, Algovir und Octenisept.

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