Ambulante Covid-Patienten: Mehr tun als abwarten

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Berlin - Wenn es um die Behandlung von Covid-Patienten geht, stehen vor allem solche mit schweren Verläufen im Fokus. Einen weitaus größeren Anteil machen jedoch Erkrankte mit leichten Verläufen aus, die unter typischen Erkältungssymptomen leiden. Konkrete Leitlinien zur Behandlung dieser Patienten gibt es nicht. Häufig fühlen sie sich daher alleingelassen mit ihren zum Teil dennoch massiven Beschwerden. Pohl-Boskamp hat eine Studie zu Gelomyrtol gestartet – unter dem Motto „Atemwegsinfekte in Zeiten von Corona: Isolieren und Therapieren“.

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie nehmen maßgeblich Einfluss auf andere Erkältungsinfekte. Schaut man sich die Zahlen der vergangenen Jahre an, so stellt man fest, dass die Anzahl auf etwa ein Drittel der „normalen“ Fälle gesunken ist, erläuterte Internist und Pneumologe Dr. Kai-Michael Beeh beim virtuellen Kompetenzkolleg von Pohl-Boskamp.

Keine Empfehlungen für milde Verläufe

Bei Betrachtung der Covid-Erkrankungen sieht man schnell, dass der Großteil der Betroffenen an milden Verläufen erkrankt, die ambulant behandelt werden – immerhin rund 80 Prozent. Doch von „Behandlung“ kann kaum die Rede sein, denn die offiziellen Leitlinien machen keinerlei Angaben zu Therapieoptionen dieser Patientengruppe. Es werden lediglich Hinweise zu Isolation und Überwachung gegeben. „Aber keine Hinweise auf eine Behandlung“, erläutert Beeh.

Für die Patienten kann das besonders belastend sein, denn Erkältungssymptome führen seit der Pandemie zu einer massiven Stigmatisierung. Hinzu kommt die Sorge vor möglichen Spätfolgen. Beeh spricht in diesem Zusammenhang von einer „Bagatellisierung von Atemwegsinfekten“. Apotheker Steffen Kuhnert aus Köln sieht eine weitere Problematik, die schon bald im Apothekenalltag zum Tragen kommt: „Demnächst beginnt wieder die Allergiezeit – das ist für Betroffene ein Problem.“ Denn sie kommen in Erklärungsnot: „Wir lernen grade, dass auch das Symptom Husten ernster genommen werden sollte“, meint Kuhnert. Außerdem könnten Apotheken Aufklärungsarbeit leisten und beratend tätig werden: „Nicht jeder Husten ist gleich Covid-19.“

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