Impfbetrügerin erwischt: Apothekerin erleidet Shitstorm

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Im knapp 100 Kilometer entfernten Konstanz wurden ebenfalls zwei Tatverdächtige in zwei Apotheken enttarnt. Zwei Männer aus der Schweiz legten ihre vermeintlichen Impfpässe vor. In einem Fall beinhaltete das Heft außer der Covid-Impfung keine weiteren Impfungen. Außerdem gab es laut Polizei keine plausible Erklärung, warum der Schweizer Staatsbürger in München geimpft worden war. Im zweiten Fall wurde ein Apothekenmitarbeiter wegen der Beschaffenheit der Eintragungen und der Tatsache, dass der Mann seinen ordentlichen Wohnsitz in der Schweiz hat, stutzig, verweigerte die Ausstellung des digitalen Nachweises und verständigte die Polizei.

Das BKA verwies darauf, dass eine Steigerung der Nachfrage von gefälschten Impfbüchern aufgrund der gesetzlichen Lockerungen für Geimpfte bereits auf diversen Messenger-Kanälen zu beobachten sei. Die Kontrolle der Impfbücher ist dem BKA zufolge nicht leicht, da die Pässe wie teilweise die Druckvorlagen für die Etiketten im Handel frei verfügbar seien und keine Sicherheitsmerkmale aufwiesen. Erst der digitale Impfnachweis ist laut Bundesgesundheitsministerium (BMG) kryptographisch vor Veränderungen geschützt. Apothekenangestellte sind angehalten, die Ausstellung der QR-Codes „nur im Rahmen einer Präsenzausstellung zu gewährleisten“. Dabei sei es egal, ob es sich um die Erst-, Zweit- oder eine Auffrischimpfung handele.

Mit einer kürzlich erweiterten Kontrolle der Chargenbezeichnungen sollen Fälschungen leichter entdeckt werden: Seit Juni 2021 überlässt das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) der Bundespolizei die gültigen Chargenbezeichnungen der national und in der Europäischen Union freigegebenen Impfstoffchargen der zugelassenen Covid-19-Impfstoffe zur Überprüfung. In der Ferienzeit wurde an Grenzkontrollen verstärkt stichprobenartig kontrolliert.

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