Zwei Tote in Leipzig

Nach Amokfahrt: Apotheken gesperrt, Mitarbeiter geschockt

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Berlin -

Nach der Amokfahrt in der Leipziger Innenstadt dauern die Ermittlungen vor Ort an. Deshalb sind auch dort ansässige Apotheken gesperrt. In der Central-Apotheke kommen wegen des zweiten Eingangs nur Kundinnen und Kunden mit dringenden Anfragen in die Offizin – in Polizeibegleitung. Die Angestellten sind nach der Tat geschockt, sie konnten die tödliche Fahrt beobachten.

Ein 33 Jahre alter Mann ist am Montagnachmittag mit seinem Auto in die Leipziger Fußgängerzone gefahren. Dabei hat er mehrere Passanten erfasst, zwei Menschen starben. Es kam zu einem Großeinsatz, die Rettungskräfte riefen einen Massenanfall von Verletzten aus. Aktuell geht die Polizei von mindestens acht Verletzten aus. Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln wegen Mordes und versuchten Mordes, der Tatverdächtige wurde gefasst und vorläufig festgenommen. Die Polizei geht von einem Einzeltäter aus.

Schock in Apotheken

Von der Central-Apotheke konnten die Angestellten die Tat und den Großeinsatz beobachten. Die Situation in der Apotheke sei am Tag nach der Amokfahrt angespannt und alles andere als ein normaler Dienstag, sagt Apothekerin Ulrike Merten. „Den Kollegen geht es nicht so gut“, sagt die Angestellte, die am Montag nicht im Dienst war. Es handele sich allein deshalb nicht um ein „normales Tagesgeschäft“.

Dazu komme, dass die Polizei die Apotheke abgesperrt hat. Während eine Mitarbeiterin am frühen Morgen noch ohne Probleme in den Betrieb gekommen sei, hätten es weitere Angestellte im Anschluss schwer gehabt. „Es gab keine offizielle Meldung in der Apotheke dazu“, sagt Merten. Die Informationspolitik sei „nicht so gut“. Die Apotheke sei geschlossen, nur Kundinnen und Kunden mit dringenden Abholern könnten mit Polizeibegleitung über den zweiten Eingang in die Offizin.

Merten verweist darauf, dass es sich bei der Apotheke nicht um ein normales Geschäft handele. „Wir haben hier eine Versorgungspflicht.“ Doch an der Straßensperrung sei nichts zu ändern. Die Polizei geht auf Anfrage davon aus, dass die Sperrung weiter anhält. Noch seien die Arbeiten nicht abgeschlossen, weitere Fachkräfte kämen dazu, sagt ein Polizeisprecher. Die Ermittlungen würden weiter vorangetrieben und die Tatortgruppe des Landeskriminalamtes Sachsen ist demnach mit im Einsatz. „Dahingehend bleiben die Bereiche um den Thomaskirchhof sowie die Grimmaische Straße weiterhin gesperrt.“

Die Stadt-Apotheke liegt ebenfalls in der Grimmaischen Straße. Der Betrieb ist genauso von der behördlichen Sperrung betroffen. Dort will sich die Filialleiterin nicht zu den Geschehnissen äußern.

Andacht zum Gedenken

In der Stadt herrscht angesichts der Tat Schock. Zum Gedenken an die Opfer und Verletzten findet am späten Nachmittag ein Gedenkgottesdienst statt. An der Andacht werden Ministerpräsident Michael Kretschmer und Oberbürgermeister Burkhart Jung teilnehmen.

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