„Die hatten Todesangst“

Fassungslosigkeit nach Amoktat in Heidelberg

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Berlin -

Mit zwei Waffen und mehr als 100 Schuss Munition im Rucksack betritt ein junger Mann einen Hörsaal und schießt. Ein Amoklauf erschüttert die Touristenstadt Heidelberg – eine junge Frau und der mutmaßliche Täter sterben, drei Menschen sind verletzt. 

Die Tat ereignete sich im „Neuenheimer Feld“. Dort ist auch das Institut für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie (IPMB) angesiedelt: Das Hauptgebäude INF-364 grenzt an den Botanischen Garten, in dessen Nähe sich der Täter selbst erschoss.

Pharmazie-Professorin berichtet

Eine Pharmazie-Professorin hatte gerade ein Lehrveranstaltung, als sich die Tat ereignete. Ihre Familie war unweit des Tatorts bei einem Spaziergang unterwegs. „Es ist wirklich unvorstellbar, was die Familien der Opfer und des Täters gerade durch machen.“ Mit dem tragischen Fall werde der „schöne, harmonische und traditionsreiche Campus nun für die Ewigkeit mit den Horror eines Amoklaufs in Verbindung stehen“.

Das Entsetzen nach dem Amoklauf in Heidelberg steht Polizeipräsident Siegfried Kollmar auch Stunden danach noch deutlich ins Gesicht geschrieben. Binnen 43 Sekunden seien am Mittag sieben Notrufe eingegangen – „da wussten wir, dass das keine Fake News waren“. In einem Hörsaal seien Schüsse gefallen, hieß es. Minuten später waren Beamte auf dem Campus der renommierten Universität, insgesamt dann 400 Einsatzkräfte.

Sie finden den 18 Jahre alten mutmaßlichen Täter, ein Student der Biowissenschaft, tot auf dem Areal. Eine 23-jährige Frau stirbt später an ihren Schussverletzungen, drei Menschen werden verletzt. Warum der junge Mann mit zwei illegal im Ausland erworbenen Waffen, einer Schrotflinte und einem Repetiergewehr, in den Hörsaal stürmte, blieb zunächst unklar.

Am Mittag dieses sonnigen Januartags wirkte der Touristenmagnet Heidelberg, die weltberühmte Barockperle am Neckar, am rechten Ufer wie im Ausnahmezustand. Kurz nach dem Amoklauf grenzten rot-weiße Absperrbänder auf dem riesigen Universitätsgelände den Tatort ab, die Polizei kontrollierte die Zufahrten. In der Luft war ein Polizeihubschrauber, unweit kreuzte ein Patrouillenboot der Wasserschutzpolizei.

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