Gefälschte Impfpässe: Das rät das BKA

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Berlin -

Apotheken sollen für die Erstellung der digitalen Impfzertifikate die Impfpässe der Kund:innen auf Echtheit kontrollieren. Dass das nicht einfach ist, weiß auch das Bundeskriminalamt (BKA). Die Behörde beobachtet eine steigende Nachfrage von gefälschten Impfbüchern. Apothekenmitarbeiter:innen sollen die Augen offen halten.

Konkrete bundesweite Zahlen über das Ausmaß der gefälschten gelben Impfbüchern gibt es laut BKA nicht. „Straftaten wie die Herstellung, der Handel oder die Nutzung von gefälschten Impfbüchern werden grundsätzlich zunächst von den örtlich zuständigen Landespolizeidienststellen erfasst und bearbeitet“, sagt ein Sprecher der Behörde. Im Vergleich zu sonstigen kriminellen Angeboten an Personal- und Ausweisdokumenten handele es sich bei der Fälschung von Impfbüchern um ein zahlenmäßig kleines Phänomen – noch.

Eine Steigerung der Nachfrage von gefälschten Impfbüchern sei jedoch aufgrund der gesetzlichen Lockerungen für Geimpfte bereits auf diversen Messenger-Kanälen zu beobachten, sagt er. „Dementsprechend ist auch eine Steigerung der Angebote von gefälschten Impfbüchern wahrscheinlich.“ Die Polizei warnte bereits davor, die eingetragene Impfung im Pass samt Chargennummer zu fotografieren und das Foto über soziale Netzwerke zu veröffentlichen, da Betrüger:innen die Daten nutzen könnten.

Die Kontrolle der Impfbücher ist dem BKA zufolge nicht leicht, da die Pässe wie teilweise die Druckvorlagen für die Etiketten im Handel frei verfügbar seien und keine Sicherheitsmerkmale aufwiesen. Erst der digitale Impfnachweis ist laut Bundesgesundheitsministerium (BMG) kryptographisch vor Veränderungen geschützt. Apothekenangestellte sind angehalten, die Ausstellung der QR-Codes „nur im Rahmen einer Präsenzausstellung zu gewährleisten“. Dabei sei es egal, ob es sich um die Erst-, Zweit- oder eine Auffrischimpfung handele.

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