Zweite Corona-Studie ohne Erfolg

Hydroxychloroquin: Nicht nützlich, sogar schädlich Alexandra Negt, 22.04.2020 16:52 Uhr

Berlin - US-Wissenschfatler des Dorn Research Institute in Columbia, South Carolina, haben die Ergebnisse einer Studie mit Hydrpxychloroquin als Mono- und als Kombinationstherapie mit Azithromycin vorgestellt. Die Einnahme des Malariamittels, auch in Kombination mit dem Antibiotikum, konnte die Wahrscheinlichkeit für eine künstliche Beatmung nicht senken. Bei Patienten, die nur Hydroxychloroquin erhielten, lag eine deutlich höhere Sterberate vor, als bei denen, die unbehandelt blieben.

In der Studie wurde die Wirksamkeit von Chloroquin alleine oder in Kombination mit Azithromycin überprüft. Die Wissenschaftler führten bis zum 11. April eine retrospektive Analyse von Daten von Patienten durch, die mit einer bestätigten Sars-CoV-2-Infektion in einen der medizinischen Zentren der US-amerikanischen „Veterans Health Administration“ behandelt wurden. Die Patienten wurden anhand ihrer Medikation in Gruppen eingeteilt. Ein Teil der Patienten erhielt nur Hydroxychloroquin, die andere Gruppe erhielt das Malariamedikament in Kombination mit Azithromycin. Als primäre Endpunkte wurden der Tod und die Notwendigkeit einer mechanischen Beatmung festgelegt.

Sterberisiko unter Hydroxychloroquin erhöht

Insgesamt wurden 368 Patienten untersucht. Davon erhielten 97 Personen nur Hydroxychloroquin, 113 Personen erhielten die Kombinationstherapie und 158 Personen erhielten keinen der beiden Wirkstoffe. Aus einem für die Wissenschaftler noch unklaren Grund war das Sterberisiko in der Gruppe die Hydroxychloroquin erhielt höher als in der unbehandelten Gruppe. In der Gruppe, die die Kombinationstherapie erhielt, war das Risiko zu sterben, nicht erhöht.

In die Studie mit eingeschlossen wurden Patienten, die mit bestätigter Sars-CoV-2-Infektion ins Krankenhaus eingeliefert wurden und entweder verstarben oder bsi zum 11. April entlassen wurden. Zu bedenken geben die Wissenschaftler, dass die Geschlechterverteilung nicht ausgewogen war – lediglich 17 Patienten waren weiblich. Die Forscher betrachteten in dieser Studie folglich nur die verbleibenden 368 männlichen Patienten. Alle Patienten erhielten ein standardmäßiges unterstützendes Management. Es gab 27 Todesfälle (27,8 Prozent) in der Hydroxychloroquin-Gruppe, 25 Todesfälle (22,1 Prozent) in der Kombinationsgruppe und 18 Todesfälle (11,4 Prozent) in der Gruppe ohne Hydroxychloroquin. Eine mechanische Beatmung musste bei 13,3 Prozent der Hydroxychloroquin-Gruppe, bei 6,9 Prozent der Kombinationsgruppe und bei 14,1 Prozent der Gruppe ohne Wirkstoff vorgenommen werden.

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