Magenmittel gegen Corona?

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Berlin - Derzeit werden viele mögliche Therapieansätze gegen das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 diskutiert: Nun ist ein Magenmittel in den Fokus gerückt, woraufhin die Suchanfragen bei Google deutlich anstiegen. Auch weitere Themen in Bezug auf Corona werden häufig „gegoogelt“.

Berichte über eine mögliche Wirksamkeit des Magenmittels „Famotidin“ bei der Behandlung der Covid-19-Krankheit haben zu einer explosionsartigen Zunahme der Suchanfragen im Internet nach dem Medikament geführt. Nach einer Auswertung der Suchmaschine Google vom Mittwoch stiegen die Anfragen nach dem Begriff „Famotidin“ in Deutschland um 5000 Prozent, nachdem berichtet worden war, dass das Medikament bereits getestet werde. Über die absolute Zahl der Suchanfragen machte Google keine Angaben.

Der Wirkstoff Famotidin

Der Wirkstoff Famotidin gehört zur Gruppe der H2-Antihistaminika. Diese werden normalerweise verwendet, um die Magensäuresekretion zu hemmen, indem die histaminvermittelte Säureproduktion der Magenschleimhaut blockiert wird. Daher liegen die Einsatzgebiete der Substanz bei gutartigen Magengeschwüren, Zwölffingerdarmgeschwüren und dem sogenannten „Zollinger-Ellison-Syndrom“. In Kombination mit Antazida wird der Arzneistoff auch zur Behandlung von Sodbrennen und der Refluxkrankheit eingesetzt. In Deutschland ist der Wirkstoff zwar in rezeptpflichtiger Form auf dem Markt, wird jedoch im Vergleich zu anderen Vertretern aus der Arzneistoffgruppe – wie Ranitidin – eher selten eingesetzt.

Hinweise stammen aus China

Der entscheidende Hinweis zu Famotidin im Kampf gegen Covid-19 stamme womöglich von chinesischen Bauern, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet: „Durch Zufall, Beobachtung und Tüftelei am Computer sind chinesische und amerikanische Ärzte auf die Idee gekommen, das Magenmittel Famotidin könnte auch die Vermehrung von Sars-CoV-2 hemmen.“ Viele Covid-19-Patienten klagten demnach über Sodbrennen und Reflux. „Wer gegen das lästige Übel das billigere Famotidin einnahm, überlebte offenbar eher als Corona-Patienten, denen teurere Mittel wie Omeprazol verabreicht worden waren“, berichtet die Zeitung.

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