EU verlängert Prüffrist

Apothekenreform kommt nicht vor Herbst

, Uhr
Berlin -

Die Apothekenreform wird sich weiter verspäten. Wegen der EU-Kommission wird die Stillhaltefrist um zusätzliche drei Monate verlängert. Es geht um die Temperaturkontrolle im Versandhandel.

Am 13. Januar hatte die Bundesregierung das Notifizierungsverfahren eingeleitet: Weil durch die geplanten Verschärfungen bei der Temperaturkontrolle im Versandhandel die Interessen ausländischer Anbieter tangiert sind, wurde der EU-Kommission die Gelegenheit zur Prüfung des Vorhabens gegeben. Die Brüsseler Behörde prüft das Vorhaben unter dem Fokus „Verhinderung technischer Handelshemmnisse“.

Morgen endet die dreimonatige Stillhaltefrist, doch wie es aussieht, wurde das Verfahren jetzt bis zum 14. Juli verlängert. Dem Vernehmen nach hat die Generaldirektion Binnenmarkt eine begründete Stellungnahme abgegeben, damit kommen weitere drei Monate zum Verfahren hinzu. Eine Verabschiedung vor dem Sommer ist damit vom Tisch – es sei denn, das Bundesgesundheitsministerium (BMG) schnürt das Vorhaben doch noch auf.

Die Versender hatten in Brüssel gegen die geplanten Verschärfungen bei der Logistik mobil gemacht. In Stellungnahmen warnten nicht nur die beiden Lobbyverbände EAEP und BVDVA vor Versorgungsengpässen und Preissprüngen. Auch der Logistikkonzern DHL forderte die Kommission in einem Schreiben zu einer Prüfung auf, ob die angedachten Maßnahmen verhältnismäßig und mit den EU-Zielen überhaupt vereinbar seien. Parallel gab es ein Geheimtreffen im BMG: Der Bundesverband Paket- und Expresslogistik (BPEX) war kurz vor Ostern bei Staatssekretärin Katja Kohfeld zu Gast.

Jetzt kostenlos weiterlesen!
Einfach anmelden bei APOTHEKE ADHOC plus – komplett kostenfrei.
Weil guter Journalismus unbezahlbar ist.
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Lesen Sie auch
Mehr zum Thema
Beschwerde gegen Gerichtsbeschluss
Cannabisblüten: Patientin kämpft weiter
Pflegeneuordnungsgesetz
Pflegegesetz kommt ins Kabinett
Mehr aus Ressort
Auflagen für Versender gestrichen
Brüssel nickt Apothekenreform ab