Testanrufe: Das wird gefragt

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Berlin -

Seit dem 25. Mai ist sie in aller Munde und überall bemerkbar – die neue Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO). Auch die Apotheken hält sie in Atem, neben aufwendiger Mehrarbeit und lästiger Dokumentation bringt sie vor allem genervte Apothekenmitarbeiter zum Vorschein. Neue Unterschriften der Stammkunden zur Speicherung ihrer Daten und Kommunikationsprobleme mit Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen sind die spürbaren Folgen. Doch nicht nur der lästige Papierkram fordert die Apothekenwelt, seit kurzer Zeit gibt es auch vermehrt Testanrufe.

Die Testanrufe sollen ermitteln, ob die neuen Regeln der DS-GVO auch ordnungsgemäß umgesetzt werden. Unseriöse Vereine und Kanzleien nutzen die DS-GVO für eine Abmahnwelle, um bei einem Verstoß direkt kassieren zu können.

Am Telefon werden verschiedene Fragen gestellt. Beispielsweise ob der vermeintliche Ehepartner noch in der Apotheke ist. Außerdem wird über diskrete Fragen zu gespeicherten Daten versucht, den Mitarbeitern Informationen zu entlocken, die ein Brechen der Schweigepflicht erfordern. Es wird sich zum Beispiel nach der Medikation von angeblichen Ehepartnern oder Familienangehörigen erkundigt oder der zuvor getätigte Kauf erfragt.

Nicht nur sensible Daten von Kunden sind im Visier der Testanrufer, sondern auch das Apothekenteam. Nicht selten wird gefragt, ob bestimmte Mitarbeiter noch in der Apotheke tätig sind. Hier wird sich als Bekannter des Kollegen ausgegeben und versucht, an Adresse oder Telefonnummer zu kommen.

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