Kupfer, Jod, Silber & Co.

Supermasken = Overprotection? Alexandra Negt, 29.10.2020 15:18 Uhr

Berlin - Abstand, Händewaschen und Alltagsmaske – für viele Menschen ist das nicht Schutz genug. Auch in der Apotheke fragen immer mehr Kunden nach speziellen antiviralen Masken. Mittlerweile sind verschiedene Modelle auf dem Markt, die meisten von ihnen nutzen altbewährte Prinzipien. Nicht alle Hersteller können mit einer evidenzbasierten Datenlage dienen. Somit ist nicht immer nachvollziehbar, ob die Werbeversprechen stimmen. Darüber hinaus stellt sich die Frage nach der Notwendigkeit solcher „Supermasken“.

Das Maskentragen gehört mittlerweile zum Straßenbild. Neben den klassischen OP- und FFP-Masken kommen immer mehr Varianten mit antimikrobieller Wirksamkeit auf den Markt. Ganz vorne mit dabei: Metallbeschichtungen. Der Einsatz von Silber, Kupfer & Co. ist bereits aus anderen Bereichen bekannt. Silber wird beispielsweise in der Wundversorgung eingesetzt – beschichtete Pflaster sollen eine Infektion der Wunde vermeiden. Kupfer hingegen wird als dünne Schicht auf häufig berührte Oberflächen, beispielsweise Türklingen, aufgetragen. Im Zuge der Pandemie setzten immer mehr Hersteller auf die bekannten Wirkungen der Metalle. So auch das Unternehmen RGenau. Die Covisafe Maske hat aufgrund von kupferummantelten Fasern eine antimikrobielle Wirkung.

Auch der für Ausgangsstoffe bekannte Hersteller Fagron vertreibt eine antimikorbielle Maske. Die ZwissCleanmask arbeitet ebenfalls mit einem physikalischen Wirkprinzip. Die Fasern enthalten eine chemische Rezeptur, die durch eine physikalische Reaktion antimikrobiell wirkt. Explizit auf Sars-CoV-2 wurde die Maske nicht geprüft. Zur Beurteilung der antiviralen Effektivität nach aktuell geltenden DIN-Normen wird laut Unternehmen eine Prüfung mit dem Vaccinia-Virus regulatorisch für alle behüllte Viren akzeptiert. Hierzu gehört auch Sars-CoV-2.

Ein anderes Konzept verfolgt die Triomed Maske. Sie gleicht äußerlich eher einer OP-Maske. Die antimikrobielle Wirkung basiert auf einer Beschichtung mit Jodid. Die Trijodid-Schicht ist nur auf dem äußeren Teil der Maske aufgetragen, sodass die Haut nicht in Kontakt mit dem Stoff kommt. Entwickelt wurde das Produkt von der kanadischen Firma i3 BioMedical. In Deutschland läuft der Vertrieb über Rekonmed. „Die Maske stammt von einem Unternehmen, das nicht erst in der Corona-Krise entstanden ist. Man findet Zertifikate von Masken von vor mehreren Jahren, die Technologie wird auch bei anderen Produkten angewendet“, heißt es von Rekonmed. Die Triomed-Maske sei für all diejenigen optimal geeignet, die nicht immer sorgfältig auf den Umgang beim Auf- und Absetzen achten. Auch ein Zurechtrücken der Maske sei kein Problem, da die Außenseite stets keimfrei ist.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema

Mehr zum Thema

Weiteres
Coronavirus

Tests auch ohne Symptome

BMG: Mehr Schnelltests für Risikogruppen»

Auf dem Prüfstand

AstraZeneca-Impfstoff: Panne bei der Dosierung»

Zunächst 5 Millionen Impfdosen

Impfung für Ärzte & Co.: Kliniken sollen Zentren entlasten»
Markt

Bündnis wird erneuert – und ausgebaut

Phoenix/Linda: Allianz gegen Alliance»

Größtenteils gute Ergebnisse

Öko-Test: Babyöle besser Paraffin-frei»

Zyto-Großhandel

Medios übernimmt Cranach»
Politik

Sinkende Apothekenzahlen

Overwiening: Nur Wertschätzung rettet keine Apotheke»

Abda feiert VOASG, AVWL

Michels: VOASG ebnet den Weg für Ketten»

Streit um Antibiotika-Ausschreibung

Teva-Chef: „Das beleidigt mich auch persönlich“»
Internationales

Sputnik-V

Putin bietet russischen Corona-Impfstoff an»

Mit PCR-Tests

Schweiz: Apotheken füttern Corona-Warnapp»

Ebola-Medikament überzeugt nicht

Corona: WHO rät von Remdesivir ab»
Pharmazie

Medikamente in der Schwangerschaft

Valproinsäure erhöht Risiko auf Autismus und ADHS»

Positive Phase-III-Ergebnisse 

Tezepelumab: Weniger Asthma-Exazerbationen»

Neue Dosierung mit innovativer Galenik

Jorveza: Schmelztablette gegen Speiseröhrenentzündung»
Panorama

Gestohlene Blanko-Rezepte

Berlin: Razzia gegen Rezeptfälscher»

Lockerungen der Kontaktbeschränkungen zum Fest

Modellrechnung zeigt „Weihnachtseffekt” im Pandemieverlauf»

Leukämiekranke in der Pandemie

Stammzellspender verzweifelt gesucht»
Apothekenpraxis

adhoc24

Phoenix setzt auf Linda / Ärger um Rabattverträge / VOASG»

Grippeimpfstoffe

Fluzone: Preis verschreckt Ärzte, Ware staut sich»

Gegen die Witterung

Warteschlangen: Pavillons für Apotheken»
PTA Live

Verkauf an Laien

Schnelltest von der Tankstelle »

Corona-Massenimpfung

Einsatz in Impfzentren: PTA wären dabei»

Rekonstitution in Impfzentren

Schleswig-Holstein: PTA sollen Corona-Impfungen zubereiten»
Erkältungs-Tipps

Yoga, Meditation & Co.

Wie Entspannung das Immunsystem stärkt»

Wenn der Husten länger dauert

Chronische Bronchitis: Wie Phytotherapie helfen kann»

Tipps und Tricks für die lieben Kleinen

Das Kind ist krank – was tun?»
Magen-Darm & Co.

Gefahren der Pilzsaison

Achtung Pilzvergiftung: Fliegenpilz & Co.»

Fremdkörpergefühl im Hals

Globussyndrom: Auch an den Magen denken»

Trendprodukt Selbsttests

Was können Darmflora-Analysen & Co.?»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Für Verhütung oder Kinderwunsch

Fruchtbare Tage bestimmen – aber wie?»

Von Milchbildung bis Abstillen

Milchfluss: Grundlage für die Stillzeit»

Supplemente in der Schwangerschaft

Folsäure & Jod: Nur die Hälfte ist versorgt»
Medizinisches Cannabis

Identitätsprüfung – What’s next?

Tilray: Neueinführungen für eine erleichterte Herstellung»

Höchstmengen, Herstellung, Dokumentation

Cannabis: Das Wichtigste aus den Gesetzen»

Sonder-PZN, Lieferengpässe & Co.

Retaxgefahr Cannabis»
HAUTsache gesund und schön

Gel, Mousse, Lotion oder Tonic?

Die richtige Reinigung ist das A und O der Hautpflege»

Mimikfalten, Krähenfüße & Co.

Hautalterung: Wenn Kollagen und Elastin schwinden»

Mehr als dunkle Flecken

Pigmentstörung: Nicht nur ein Problem des Alters»