Preisrutsch bei tausenden Schnelldrehern

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Berlin - Um Mitternacht sacken in den Apotheken die Preise ab. Denn zum 1. Juli treten neue Festbeträge in Kraft. Viele Apotheken haben schon vor Wochen einen Bestellstopp verhängt, denn die Firmen gleichen Lagerwertverluste bei gesetzlichen Änderungen oft nicht aus. Zahlreiche Schnelldreher verlieren an Wert, einige Wirkstoffe werden ins Abseits gestellt. Viele Patienten werden für bislang befreite Produkte zuzahlen müssen.

Insgesamt sind elf Gruppen von Festbetragsanpassungen betroffen, das macht 59 Wirkstoffe und Kombinationen und 4747 PZN. Die letzte Runde hatte es hier vor zwei Jahren gegeben, damals mit Anpassungen von bis zu 77 Prozent. Dazu kommen zwei Gruppen, in denen neue Festbeträge festgesetzt wurden, hier gibt es bei elf Wirkstoffen und 807 PZN preisliche Änderungen.

Zu den wohl am häufigsten abgegebenen Produkten, die jetzt von Änderungen betroffen sind, gehören die Protonenpumpenhemmer (PPI). Hier sinkt der Festbetrag um circa 10 Prozent; die größeren Abstriche haben die Wirkstoffe schon hinter sich. Laut Unternehmensberatung Ecker + Ecker ist der Erstattungspreis seit der ersten Runde im Jahr 2005 um 89 Prozent gesunken.

Bei Omeprazol, Pantoprazol, Lansoprazol und Rabeprazol liegen bereits heute mehrere Anbieter unter dem neuen Festbetrag; die anderen Firmen ziehen zum 1. Juli ihre Preise nach. Bei Esomeprazol wird es flächendeckend Preissenkungen geben, in der Regel im einstelligen Bereich. Takeda verzichtet bei Dexilant (Dexlansoprazol) auf eine Anpassung; der Wirkstoff ist für Kassenpatienten also auch weiterhin mit massiver Aufzahlung verbunden.

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