Zuzahlung: 230 PZN sind jetzt teurer

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Berlin - Seit Freitag müssen Kassenpatienten bei deutlich mehr Arzneimitteln Zuzahlungen leisten. Weil die Kassen die Festbeträge für 13 Gruppen drastisch abgesenkt haben, können die Hersteller den 30-prozentigen Preisabstand nicht mehr halten, der für die Befreiung notwendig ist. Zahlreiche Schnelldreher sind betroffen. Auch Aufzahlungen sind bei einzelnen Präparaten möglich, die über Festbetrag liegen.

Für 5554 Arzneimittel wurden über Nacht die Festbeträge angepasst; 61 Wirkstoffe und Kombinationen waren betroffen. Im Durchschnitt sanken die Preise um 10 Prozent, Setrone und selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) waren laut einer Analyse der Unternehmensberatung Ecker + Ecker mit 15 beziehungsweise 23 Prozent stärker betroffen. Am massivsten war der Preisrutsch bei den neu gebildeten Jumbogruppen Angiotensin-II-Antagonisten/Hydrochlorothiazid und Antipsychotika: Die Festbeträge liegen im Durchschnitt 30 beziehungsweise 45 Prozent unter den derzeitigen Preisen.

Auch wenn die Anpassung insgesamt glimpflicher ausfiel als frühere Runden: Die Patienten bekommen die Sparmaßnahme direkt zu spüren. Nach Berechnungen des Bundesverbands der Arzneimittel-Hersteller (BAH) ist die Anzahl der bislang zuzahlungsbefreiten Arzneimittel zum 1. Juli in den betroffenen Festbetragsgruppen um etwa 40 Prozent zurückgegangen: Aktuell sind nur noch 335 Präparate zuzahlungsbefreit, vor dem 1. Juli lag die Zahl noch bei rund 560 Präparaten.

Insbesondere die Gruppe der Sartane im Kombination mit HCT ist betroffen: Statt rund 250 sind nur noch 105 PZN von der Zuzahlung befreit. Auch bei den Protonenpumpenhemmern (PPI) hat sich die Zahl von 124 auf 66 halbiert, genauso wie bei den Triptanen (41 statt 96). In der Gruppe ACE-Hemmer/Calciumkanalblocker gibt es nur noch 18 zuzahlungsbefreite Alternativen statt vorher 27, bei den Setronen noch 9 statt 19. Bei den Glucocorticoiden zur nasalen Anwendung sank die Zahl von 18 auf 6, bei den inhalativ oralen B2-Sympatomimetika von 5 auf 3. Bei den anderen Gruppen gab es auch vorher keine Präparate ohne Zuzahlung.

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