Warten auf Lokelma

Pharma Mall: „Absolute Tortur“ mit AstraZeneca

, Uhr
Berlin -

Die Originalhersteller liefern oftmals nur über die Bestellplattform Pharma Mall. Immer wieder kommt es deshalb zu Verzögerungen bei der Versorgung von Patientinnen und Patienten durch Apotheken. Auch in Siegen musste Heike Schlechtingen rotieren, da sie einen Stammkunden versorgen wollte. Doch die Aktivierung bei AstraZeneca dauerte neun Tage und der Kundendienst war laut der Inhaberin der Schwanen-Apotheke in Siegen nicht erreichbar.

Schlechtingen musste ihren Zugang zu AstraZeneca über Pharma Mall wegen einer Datenaktualisierung neu aktivieren. „Durch widrige Umstände wurde unser Pharma-Mall-Onlineshop geschlossen“, sagt sie. Hintergrund sei gewesen, dass nach der Übernahme der Apotheke im Jahr 2010 nicht alle Daten korrekt angepasst worden seien. „Bei manchen Herstellern geht das sehr schnell, bei anderen dauert es.“

Ärger bei Aktivierung der Apotheke

Auch im Fall von AstraZeneca kam Schlechtingen an ihre Grenzen. Denn sie musste mehrere Formulare ausfüllen. Gleichzeitig meldete sich ein langjähriger Stammkunde mit einem Rezept für Lokelma. Das Medikament zur Behandlung von Hyperkaliämie mit dem Wirkstoff Natriumzirconiumcyclosilicat sei für ihn „lebensnotwendig“, sagt sie. Das Arzneimittel sei in Hamburg vorrätig.

„Die Bürokratie treibt mich in den Wahnsinn“, sagt die Inhaberin. Der Account sei nach sieben Tagen angelegt gewesen, hieß es ihr zufolge. Die Freischaltung sollte weitere Tage dauern. „Der Kunde und ich warten seit dem 20. Juli auf Fortschritte. Offenbar ist Bürokratie mehr wert als ein Menschenleben und Bürokratie geht vor Arzneimittelversorgung.“

Angst vor Kundenverlust

Die Inhaberin war froh, dass in dieser Zeit ihr Kunde zu ihr hielt. „Er war sehr verständnisvoll und ich habe ihm alle E-Mails ausgedruckt.“ Sie kritisiert, dass sie nicht mit einem Angestellten sprechen und eine individuelle Lösung aushandeln konnte. „Ich hätte ja Vorkasse machen können.“ Mit anderen Firmen habe sie Auswege gefunden. Doch die mangelnde Erreichbarkeit bei AstraZeneca habe dies nicht ermöglicht. Keinen Ansprechpartner zu haben sei eine „absolute Tortur“.

Zwischenzeitlich wurde dem Patienten ein Rezept für eine Alternative ausgestellt, die er jedoch nicht so gut vertrage. Veltassa (Patiromer) werde er als Reserve behalten. „Ich hatte Sorge, dass ich den Kunden verliere.“ Glücklicherweise kam die Wendung am Mittwochmorgen. „Ich konnte das heißbegehrte Medikament bestellen.“ In spätestens 48 Stunden sollte es geliefert werden.

Guter Journalismus ist unbezahlbar.
Jetzt bei APOTHEKE ADHOC plus anmelden, für 0 Euro.
Melden Sie sich kostenfrei an und
lesen Sie weiter.
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Mehr zum Thema
Rückschlag für Novo Nordisk
Ziltivekimab fällt in Studie durch
Mehr aus Ressort
Großhandelskonditionen
Treuhand warnt vor Skonto-Fallen