„Es war ganz einfach“

Notdienst-Überraschung: Erstes E-Rezept durch die Klappe

, Uhr
Berlin -

E-Rezepte erreichen Apotheken meist noch in Papierform. Apotheker Jan Simons wurde die erste „digitale Verordnung“ mitten in der Nacht über die Notdienstklappe gereicht. Zunächst dachte der Inhaber der Medica Apotheke im Ärztehaus in Gummersbach an ein Schreiben aus einer Klinik – doch es handelte sich um den Token der Gematik.

Die Apotheken sind mittlerweile gut auf die Einlösung von E-Rezepten vorbereitet. Laut dem TI-Dashboard der Gematik sind 8443 Betriebe E-Rezept-fähig. Insgesamt wurden bislang 115.000 digitale Verordnungen in Apotheken eingelöst. Wo es noch vielerorts hakt, sind die Arztpraxen. Besonders engagiert scheinen die Zahnärzt:innen zu sein. So auch im Fall von Simons.

Aufregung vor E-Rezept-Einlösung

Beim Notdienst am Wochenende meldete sich ein Kunde an der Klappe und zeigte Simons einen Ausdruck. „Ich dachte, es ist ein Zettel aus dem Krankenhaus“, sagt er. Schnell erkannte er jedoch den QR-Code und das Zeichen der Gematik. Ein „gewisser aufgeregter Pegel“ habe sich bei wegen der Premiere bei ihm eingestellt. „Aber es war ganz einfach.“

Der Inhaber scannte den Code ein, verglich die Angaben und die Software erledigte den Rest. Der Kunde konnte schnell mit einem Antibiotikum versorgt werden. „Ich habe ihn gefragt, ob er wisse, was das ist“, sagt Simons. Der Mann sei aufgeklärt gewesen und habe nüchtern „ein E-Rezept“ festgestellt. In einer Filiale von Simons war zuvor schon ein E-Rezept eingelöst worden – auch von einer Zahnarztpraxis ausgestellt und ebenfalls ohne Probleme.

Komplettes Apothekenteam geschult

Das komplette Team sei geschult und bereit, so der Inhaber. Was die Software und die Abläufe in der Apotheke angeht, sieht er sich gut aufgestellt. „Anfangs war es für das Team nicht schön, dass die Angestellten wegen der Verzögerungen beim E-Rezept vertröstet werden mussten, aber jetzt bin ich froh, dass es 'peu à peu kommt.“ Eine Frage beschäftigt ihn jedoch: „Was ist mit der Abrechnung?“ Anders als bei Papierrezepten habe er nichts in der Hand. „Wie kann ich sehen, dass ich dafür mein Geld erhalten habe?“

Dass die digitalen Verordnungen schnell an das Rechenzentrum verschickt wurden, könne er nach zwei Tagen im System einsehen. Allerdings sei noch offen, wie E-Rezepte in der Abrechnung dargestellt würden oder ob sie gesondert hervorgehoben würden. Eine große Veränderung für die Arbeit im HV erwartet er angesichts des E-Rezepts nicht. Die Rezeptkontrolle werde einfacher. Vorteile gebe es vor allem für die Patienten.

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