Mobile Teststelle: Apotheker kommt im Wohnmobil

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Auch Firmen fragen nach dem „Testmobil“ des Apothekers. „Die Unternehmen freuen sich und wollen, dass ich am besten sofort vorbeigefahren komme.“ Die Chefs übernähmen die Kosten. „Ich brauche nur eine Steckdose und es kann losgehen.“ Dem Apotheker geht es laut eigenen Aussagen nicht um die Einnahmen. „Reich wird man damit nicht. Aber wir müssen jetzt alle zusammenhalten und gemeinsam in unserem lokalen Netzwerk – schnell und unkompliziert – etwas auf die Beine stellen.“ Besonders gefreut habe er sich über den Besuch des Bundestagsabgeordneten Jürgen Irmer (CDU), der sich über die Situation der Coronatests durch die Apotheke vor Ort ein Bild machen wollte.

Generell ärgert ihn das Durcheinander und die verschiedene Aussagen seitens der Politik. Das habe mit den Masken im vergangenen Jahr angefangen. „Man macht Versprechungen, die man nicht hält. Und die Kunden gehen uns in den Apotheken wegen der kurzfristigen Entscheidungen auf die Barrikaden“, sagt er. Ihm fehlt eine klare, einheitliche Kommunikation – auch in Hessen: Im benachbarten Landkreis Gießen dürfe er laut Anordnung nicht testen. Denn das Personal nicht ärztlich geführter Einrichtungen muss vor erstmaliger Aufnahme der Testungen an einer Schulung durch eine Ärztin oder einen Arzt oder eine Stelle des öffentlichen Gesundheitsdienstes teilnehmen. Er habe die Testschulung aber über die Apothekerkammer gemacht. „Wenn ich also mit dem Bus dorthin fahre, ist das nicht erlaubt.“ Auf Nachfrage habe es geheißen, dass die Formulierung so nicht stimme und sich ein Fehler im System eingeschlichen habe.

Mobile Teststationen sind auch andernorts unterwegs. Apotheker Matthias Bußmann betreibt in Ahlen in Nordrhein-Westfalen eine mobile Teststelle und parkt an besonders frequentierten Plätzen. In Thüringen fährt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) im besonders von der Corona-Pandemie betroffenen Landkreis Greiz. Vorerst bis Freitag steuern mobile Teams täglich verschiedene Stationen in Städten und Gemeinden an. Dort können sich die Bewohner des Landkreises ohne vorherige Terminvereinbarung auf Corona testen lassen. Die Busse halten für jeweils zwei Stunden, je Stunde können etwa 25 Menschen getestet werden. Die Antigen-Schnelltests werden vom DRK vorgehalten und von dort auch mit der KV Thüringen abgerechnet.

 

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