„Mehr als 30 Euro zahlt niemand“

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Berlin - Seit Jahren hat Apotheker Dietmar Bittenbinder alle Kurven in der Diskussionen über das Medikationsmanagement verfolgt, die Fort- und Rückschritte von ARMIN & Co. im Auge behalten und so gut wie alle Stellungnahmen der ABDA dazu gelesen. Nur über eines hat er sich der Inhaber der Apotheke am Burgunderplatz in Limburgerhof immer gewundert: „Das hat niemand unter kaufmännischen Aspekten betrachtet.“ Dann hat sich Bittenbinder selbst auf den Weg gemacht und sein eigenes Medikationsmanagement „MDcheck 2016“ entwickelt. Avie hat das Potenzial erkannt und die Idee mit dem Deutschen Apothekenpreis ausgezeichnet.

Wie ein richtiger Unternehmer sei er an die Sache herangegangen, so Bittenbinder: „Wenn ein Unternehmer ein neues Produkt auf den Markt bringt, definiert er zunächst den Preis.“ Mehr als 20 bis 30 Euro dürfe ein Medikationscheck nicht kosten, ist der Apotheker überzeugt. Weder Patienten oder Krankenkassen seien bereit, einen höheren Betrag zu zahlen. „Wer 80 bis 100 Euro Honorar dafür haben will, ist ein Träumer“, kritisiert Bittenbinder mit Blick auf das Modell der ABDA. „Das ist eine Dienstleistung am Markt vorbei.“

Die ABDA müsse nicht nur auf hohe Qualität beim Medikationsmanagement achten, sondern auch auf die Bezahlbarkeit. Für mehr als 30 Euro werden sich nach Einschätzung des Apothekers Medikationschecks in den Apotheken „nicht in großen Stückzahlen verkaufen lassen“. Dabei sieht Bittenbinder im computergestützten Medikationsmanagement nicht nur einen „Millionenmarkt“, sondern auch die Zukunft für den Apothekerberuf. „Wenn wir nicht die Lufthoheit über das Medikationsmanagement erobern, können wir uns als akademischer Berufsstand verabschieden. Dann machen das andere, und wir brauchen bald keine approbierten Apotheker mehr.“

Der Schlüssel zum Erfolg liegt für Bittenbinder im Preis: In seiner Apotheke am Burgunderplatz verlangt er für seinen „MDcheck 2016“ 15 Euro von Patienten mit drei und 25 Euro von Patienten mit fünf und mehr Arzneimitteln. Mit circa 20 Patienten hat er bereits seine Software getestet. Und in der Region gibt es interessierte Mitstreiter: Seit 10 Jahren ist der Apotheker aktives Mitglied im ApoPfalz-Verbund „Leistungsstarker Pfälzer Apotheker“. Auch bei seinen Kollegen hängen bereits Plakate für den „MDcheck 2016“ aus.

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