Mecklenburg-Vorpommern

Medikationsplan vom Apotheker auf Rezept

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Berlin -

Der Arzt verordnet einen Medikationsplan, der Apotheker stellt ihn aus und erhält von der Krankenkasse ein Honorar. Das ist die Grundidee eines geplanten Modellprojektes in Mecklenburg-Vorpommern. Noch ist der Vertrag nicht unterzeichnet und entsprechend bedeckt gibt sich Axel Pudimat, Vorsitzender des Apothekerverbands (AVMV). Ziel ist ein einfacher Prozess, der dennoch alle Beteiligten einbindet.

Damit würde sich das sogenannte „Medikationskonsil Greifswald“ zwischen dem Programm Athina und dem Pilotprojekt ARMIN in Sachsen und Thüringen einordnen: ohne komplizierte technische Umsetzung, aber mit Arzt und Kasse. Dafür solle eine Vereinbarung zwischen dem AVMV, der Kassenärztlichen Vereinigung und der AOK Nordost geschlossen werden, so Pudimat. Erprobt werden soll das neue Konzept in der Region Greifswald, wichtiger Partner vor Ort soll das Ärztenetz „Grypsnet“ sein.

Geplant ist, dass die Ärzte bei Bedarf auf einem Rezept ein Medikationskonsil verordnen. In der Apotheke soll dann gemeinsam mit dem Patienten ein Medikationsplan erstellt werden. Die Apotheker analysieren diesen auf Wechselwirkungen und prüfen weitere Probleme. Die Ergebnisse werden an den Arzt übermittelt.

Diese Verfahrensweise solle zunächst ein Jahr lang erprobt werden. In dieser Phase soll Pudimat zufolge im Kleinen herausgefunden werden, wie die Medikationsanalyse bei Apotheken, Ärzten und Patienten ankommt. Außerdem soll überprüft werden, wie viel Zeit die Apotheken tatsächlich für die Medikationsanalyse aufwenden – und ob die vorgesehene Vergütung angemessen ist.

Da in der ersten Phase nur wenige Apotheken und Ärzte beteiligt sind, braucht es zunächst keine technische Lösung. Beides empfindet der Verbandschef als Vorteil: Aus seiner Sicht sind es die vielen teilnehmenden Apotheken und die technische Umsetzung, die ARMIN zu langsam machen. Pudimat betont aber auch, dass eine technische Basis nötig werde, sobald das Projekt im großen Stil umgesetzt werde.

So weit ist es aber noch lange nicht. Erst müssen die nötigen Verträge unterschrieben werden. Pudimat hatte zunächst gehofft, dass das bereits geschehen sei, und das Modellprojekt auf die Tagesordnung des Wirtschaftsseminars des Verbands gesetzt, das am Mittwoch stattfand.

Nun beschränkte sich die Vorstellung auf eine Art Auftaktveranstaltung. Denn zu Details wie der Honorierung will man sich noch nicht äußern. Geplant ist, dass die Projektpartner künftig eine abgestimmte Kommunikationsstrategie verfolgen. Doch auch dies ist bis zur Unterschrift aller Teilnehmer noch nicht spruchreif.

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