Kommentar

Standortvorteil: Kostenlose Tüte Carolin Bauer, 11.05.2018 10:24 Uhr

Berlin - Hallo? Wieso bedient hier nur einer? Kunden meckern über Warteschlangen, vergriffene Zeitschriften und das verpasste Paracetamol-Schnäppchen. Auch in Apotheken schlagen immer öfter kritisierende Kunden auf. Die Angestellten müssen wie andere Branchen mit Nörglern umgehen lernen. Recht machen kann man es ohnehin nicht allen. Ein Kommentar von Carolin Bauer

Kalender, Geburtstagskarte, Weihnachtsgeschenk: Der Großteil der Apotheken bemüht sich mit unterschiedlichen Ideen um die Kunden. Apotheken sind Dienstleister – sie beraten bei Arzneimitteln, helfen bei Fragen zu Nebenwirkungen, Verordnungen oder Krankheiten und vermitteln bei Missverständnissen mit Ärzten. Oft geht es bei Kritik nicht um Produktbeschwerden, sondern um Zusatzservices wie die kostenlose Tüte, für die jetzt 10 Cent verlangt werden.

Immer häufiger melden sich Mitarbeiter aus der Offizin und klagen über eine Verrohung der Kunden. Es gebe kein „Guten Tag“, „Bitte“ oder „Danke“. Man werde manchmal regelrecht angeschrien, wenn man etwa die Quittung nicht mehrfach kopiere oder keine Rezepthülle für Privatpatienten parat hat. Auch mit Beschimpfungen müssen sich Approbierte, PTA und PKA leider herumschlagen.

Ist das Problem hausgemacht? Wird etwa mit der kostenlosen Zeitschrift, die im Fernsehen und Radio beworben wird, das Bild einer Apotheke stilisiert, in der jeder alles einfordern kann? Vielleicht. Denn in der Offizin gibt es vieles umsonst: Hausapotheke-Check, Impf- und Reiseberatung, Blutdruckmessung, Hautanalyse. Im „Leistungskatalog der Beratungs- und Serviceangebote in Apotheken“ (LeiKa) werden zahlreiche Dienstleistungen aufgelistet.

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