ARMIN kämpft mit technischen Problemen

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Berlin -

Vor einem halben Jahr ist mit dem Beginn des Medikationsmanagements die dritte Stufe des ARMIN-Projekts in Sachsen und Thüringen gestartet worden. Doch die hohen Erwartungen werden derzeit noch nicht erfüllt. Es hapert an der Technik. Vielerorts ist die Praxissoftware noch nicht fit gemacht und auch die Internetleitungen sind nicht überall schnell genug. Die Folge: Nur wenige Ärzte, Apotheker und Patienten können das Herzstück von ARMIN derzeit nutzen.

„Die Technik ist in der Tat ein Knackpunkt, aber man kann nicht generell sagen, dass diese nicht funktioniert“, bewertet die AOK Plus die Lage gegenüber APOTHEKE ADHOC. Der Medikationsplanserver im Sicheren Netz der KVen – KV-SafeNet – sei zwar voll funktionsfähig. Um die dort gespeicherten Medikationspläne den betreuenden Ärzten und Apothekern zur Verfügung zu stellen, wurde aber keine eigenständige Software vorgeschrieben. Diese wird von den Anbietern der Praxissoftware erstellt und muss zertifiziert werden.

Das läuft nicht überall rund: „Einige Softwareanbieter haben hier hervorragende Arbeit geleistet, wohingegen andere Hersteller massive Probleme haben, ihren Nutzern ein funktionsfähiges System zur Verfügung zu stellen. An diesem Thema wird derzeit intensiv unter Beteiligung der AOK Plus gearbeitet um die Probleme abzustellen“, so die Krankenkassen. Inzwischen konnten aber weitere Softwareanbieter gewonnen werden, die derzeit an der ARMIN-Umsetzung arbeiten oder dies im laufenden Jahr erledigen wollen.

Das ist aber nicht die einzige Sorge der ARMIN-Teilnehmer. „Wir sind auf ganz grundsätzliche Probleme gestoßen. Zum Beispiel, dass Ärzte und Apotheken nicht über eine ausreichend leistungsfähige Internetverbindung verfügen und eine Verbesserung durch den Anbieter auch erst mittelfristig erfolgen wird“, räumt die AOK Plus ein. Mit anderen Worten: Bis alle Ärzte und Apotheken das Medikationsmanagement durchführen können, wird noch einige Zeit vergehen.

APOTHEKE ADHOC Debatte

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