Der Medikationsbrief soll die Kommunikation zwischen Arztpraxen und Apotheken in Bezug auf die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) verbessern. Das digitale Tool wurde aufbauend auf die Arzneimittelinitiative Sachsen Thüringen (ARMIN) entwickelt. Das Projekt „Medikationsbrief“ wird von der Abda durchgeführt.
Mit dem Medikationsbrief kommt eine konsolidierte und strukturierte Vorlage für die Kommunikation von arzneimittelbezogenen Problemen (ABP) – diese fehlte bislang. Von 2016 bis 2022 konnten Apotheker:innen und Ärzt:innen im ARMIN-Projekt bereits umfassende Erfahrungen in der Kommunikation zum ABP sammeln. Ziel ist es, mit dem Medikationsbrief in standardisierter Form arzneimittelbezogene Probleme – vorallem im Kontext der pharmazeutischen Dienstleistung „Erweiterte Medikationsberatung bei Polymedikation“ zu übermitteln. Diese ABP können sich unter anderem auf Interaktionen, Nebenwirkungen, Dosierungen oder Darreichungsformen beziehen. Der Medikationsbrief kann zwischen Apotheken und Arztpraxen über KIM elektronisch verschickt werden.
„Bislang gab es für die interprofessionelle Kommunikation keine standardisierte Vorlage – diese Lücke haben wir jetzt geschlossen“, sagt Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Bundesapothekerkammer. „Der Medikationsbrief ist ein Format mit Wiedererkennungswert, das wir weiter ausbauen werden: Mittelfristig soll eine Integration in die Apothekensoftware-Systeme erfolgen und auch ein Einstellen in die elektronische Patientenakte (ePA) ermöglicht werden.“
Entwickelt wurde der Medikationsbrief in einem mehrstufigen, qualitätsgesicherten Projekt mit Ärzt:innen und Apotheker:innen von der Abda in Zusammenarbeit mit der Kooperationseinheit Klinische Pharmazie am Universitätsklinikum Heidelberg, das bereits bei der wissenschaftlichen Auswertung von ARMIN eingebunden war sowie dem Sächsischen Apothekerverband (SAV), dem Thüringer Apothekerverband (ThAV) und der Kassenärztliche Vereinigung Thüringen (KVT).
Der Medikationsbrief wird für die interprofessionelle Kommunikation. Patient:innen werden weiterhin im persönlichen Gespräch in der Apotheke oder Arztpraxis über ihren Medikationsplan informiert.
APOTHEKE ADHOC Debatte