Masken zu früh verteilt: Apotheker abgemahnt

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„Wir hatten vergangene Woche bereits telefoniert und da ich die Vermutung hatte, dass er nicht entsprechend bevorratet ist, habe ich ihm sogar angeboten, ihm Masken zu geben. Die hätte ich ihm zum Einkaufspreis überlassen“, erzählt er. Doch sein Kollege wollte nicht – ob aus Stolz oder weil er darauf pochte, sich strikt an die Verordnung zu halten, könne er nicht sagen. Genauso wenig wie über den Grund der Abmahnung. „Muskelspiel, Warnung, Schuss vor den Bug? Ich weiß es nicht, aber ich finde den Schachzug nicht so nett.“ Dennoch zeigt er sogar Verständnis für das Verhalten seines Mitbewerbers. „Wir haben dieses Jahr als Apotheken viel Mist ertragen müssen und wenn dann noch ein Kollege um die Ecke kommt und einen dann vermeintlich aussticht, dann kann ich mir schon vorstellen, dass man da etwas überreagiert.“

Dabei habe er sich – wenn überhaupt – durch seine Vorgehensweise eher selbst ein Bein gestellt. „Apotheker, die wie ich früher abgeben haben, stehen dann bei der Auszahlung schlechter da. Im Prinzip schade ich mir doch eher selbst, wenn ich mir viel von der Vergütung wegschmelze. Und ob ich davon wirklich irgendeinen Wettbewerbsvorteil habe, wage ich stark zu bezweifeln.“ Das sei nun einmal eine der Schieflagen, die dadurch zustande kam, dass die Verordnung mit heißer Nadel gestrickt wurde: Es gebe Apotheker, die 20.000 Masken verteilen, obwohl sie nach Vergütungsmodell nur 10.000 abgeben müssten und andere gäben nur 5000 Masken ab, erhalten aber die Vergütung für die Abgabe von 10.000 Stück.

„Verdienen werde ich also an der Aktion nichts, ich werde eher die Notbremse ziehen müssen, wenn die Vergütung niedriger als der Einkaufspreis wird.“ Entsprechend wenig habe er sich vorzuwerfen, sagt Burgdorf – auch mit Blick auf die Abmahnung: „Ich habe das eigentlich gelassen gesehen, aber es ist natürlich ärgerlich, dass ich mich im Moment sowas zu beschäftigen muss, wo wir doch gerade viel wichtigeres zu tun haben“

*Name von der Redaktion geändert.

 

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