Lagerwertverlustausgleich

Janssen: Im Härtefall kulant Alexander Müller, 21.09.2018 09:30 Uhr

Berlin - Janssen reagiert auf die massive Kritik aus der Apothekerschaft zur Preispolitik des Herstellers. Rückwirkend zum 1. August bekommen Apotheken ihre Lagerwertverluste zu Symtuza ausgeglichen. Der Konzern bleibt aber bei seiner Haltung, Lagerwertverluste nicht generell allein zu schultern.

Janssen hatte zum 15. August den Preis für Symtuza (Darunavir/Cobicistat/Emtricitabin/Tenofoviralafenamid) massiv gesenkt. Hintergrund war eine Reduktion des Erstattungsbetrages nach Preisverhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband. Die Apotheken wurden allerdings erst am 27. Juli über die Preisänderung informiert. Die daraus resultierenden Lagerwertverluste werde man nicht ausgleichen, teilte der Konzern zunächst mit.

Betroffen waren vor allem spezialisierte Apotheken, die größere Bestände an Lager hatten. Entsprechend deutlich war die Kritik: Die Deutsche Arbeitsgemeinschaft der HIV- und Hepatitis-kompetenten Apotheken (DAH²KA) nannte das Vorgehen Janssens „menschenverachtend“, da Apotheker gezwungen würden, schwerkranke Menschen auf ihre Arzneimittel warten zu lassen, wenn sie ihr Bestellverhalten dem Vorschlag des Herstellers entsprechend angepasst hätten.

Janssen-Deutschlandchefin Dr. Iris Zemzoum hatte die Kritik zwar zurückgewiesen, aber auch eine partnerschaftliche Lösung angekündigt. Und die stellt sich der Konzern so vor: Rückwirkend zum 1. August wird eine Kulanzregelung für Härtefälle eingeführt. Konkret heißt das: Wenn zwischen der Information der Apotheken über das konkrete Datum der Preisänderung und dessen Inkrafttreten weniger als drei Wochen liegen und die Preisdifferenz mehr als 50 Euro pro Packung beträgt, bietet Janssen allen Apotheken eine Erstattung aus Kulanz an. Das gilt rückwirkend zum 1. August 2018.

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