Lagerwertverlustausgleich

Dapagliflozin: Wer bunkert, zahlt drauf Nadine Tröbitscher, 21.12.2018 12:16 Uhr

Berlin - Ein turbulentes Jahr mit Kontingentierungen und Lieferengpässen geht zu Ende. Wer denkt, in der besinnlichen Zeit des Jahres kehre Ruhe ein, der irrt. Freuten sich Apotheker noch Anfang Dezember, dass das kontingentierte Xigduo (Dapagliflozin/Metformin, AstraZeneca) über den Großhandel lieferbar war, kam wenige Tage später mit der Preissenkung die Enttäuschung. Ein Lagerwertverlustausgleich ist nur im Einzelfall möglich.

Am 1. und 15. des Monats sorgen Preisabsenkungen für Unmut. Im aktuellen Fall spricht ein Apotheker aus Sachsen-Anhalt von einem „besonders dreisten Fall“. Lieferprobleme – vor allem bei kontingentierten Arzneimitteln – stehen auf der Tagesordnung. Auf der Liste stehen auch verschiedenen Präparate von AstraZeneca wie Xigduo und Forxiga (Dapagliflozin). Anfang Dezember war die Freude groß, als Xigduo zu 5/1000 mg in der Packungsgröße zu 196 Filmtabletten wieder ohne Umwege bestellt werden konnte. „Das Arzneimittel war ewig über den Großhandel nicht lieferbar“, erzählt der Apotheker, der seine Chance am 3. Dezember nutzte und fünf Packungen bestellte. „Soweit ist es schon gekommen, dass wir uns freuen, wenn Arzneimittel über den Großhandel lieferbar sind.“

„Mit der Preissenkung zum 15. Dezember bin ich aus allen Wolken gefallen. Plötzlich ist ein Lagerwertverlust von 86 Euro angefallen.“ Der Preis für Xigduo wurde von etwa 93 Euro auf 76 Euro gesenkt. „Da wir nur fünf Packungen bestellt haben, fällt unser Verlust hier noch vergleichsweise gering aus, aber wenn man sich hier in größerem Stil bevorratet hätte, wäre es ein größeres Problem geworden.“

Die Hoffnung auf einen Lagerwertverlustausgleich war schnell verpufft. An der Hotline wurde dem Apotheker mitgeteilt, dass selbst in diesem Härtefall kein Lagerwertverlustausgleich vorgesehen ist. „Ich würde hier so weit gehen, der Firma Vorsatz zu unterstellen. Warum sind die Artikel plötzlich vor der Preissenkung wieder lieferbar?“

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