Hausärzteverband: Praxen sollen Apotheken boykottieren

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Von der Politik, den Krankenkassen – hier an erster Stelle der AOK Rheinland-Pfalz – fordert der Hausärzteverband „nachdrücklich und in aller Klarheit, dass im Sinne der angestrebten sektorenverbindenden Versorgung nicht nur originär ärztliche Leistungen auf Apotheken übertragen werden können, sondern dass dieses Vorgehen selbstverständlich auch im umgekehrten Sinne ausgestaltet wird in Form eines Dispensierrechts von Medikamenten für Arztpraxen“.

Weiter argumentierte Römer: „Wir erwarten von der Politik und den Krankenkassen in Rheinland-Pfalz, dass dieses sogenannte ‚neue Denken zum Wohle aller im Gesundheitswesen‘ durch ein entsprechendes Modellprojekt auch für Arztpraxen mit Leben gefüllt wird!“

Zuvor hatten sich bereits Landesärztekammer und Kassenärztliche Vereinigung (KV) gegen Grippeimpfungen in Apotheken ausgesprochen, letztere sogar in Form einer Resolution: Impfungen – auch gegen Influenza – seien eine ureigene ärztliche Aufgabe und gehörten ausschließlich in die Hände von Ärztinnen und Ärzten, so der Tenor. „Jede Impfung bedarf einer vorherigen ärztlichen Aufklärung und Überprüfung des Gesundheitszustands unmittelbar vor Durchführung der Impfung. Dies ist im Sinne der optimalen Patientensicherheit ausschließlich in ärztlich geführten Praxisstrukturen umzusetzen. Auch eine nicht generell auszuschließende, gegebenenfalls lebensbedrohliche akute Impfkomplikation nach Impfung kann nur durch eine unmittelbare ärztliche Intervention adäquat durchbrochen werden.“

Behandelnde Ärztinnen und Ärzte hätten umfassende Kenntnis über die gesundheitlichen Voraussetzungen ihrer Patientinnen und Patienten und könnten individuell entscheiden, ob aus medizinischer Sicht eine Impfung gegen Influenza unbedenklich und sinnvoll ist. „Impfen gehört zum täglichen Kerngeschäft von Arztpraxen. Hier besteht hohe Professionalität und jahrzehntelange Routine, wie das Engagement bei den Corona-Impfungen aktuell wieder einmal beeindruckend unter Beweis stellt.“

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