Impfungen in der Apotheke

KV Bayern: Protestnote gegen die Abda

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Berlin -

Auch die Kassenärzt:innen in Bayern geben zu Protokoll, dass sie von Impfungen in der Apotheke nichts halten. Anders als unlängst die Kolleg:innen in Baden-Württemberg hält man sich in München aber weitgehend an diplomatische Gepflogenheiten.

Mit „Unverständnis“ hat der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KV) auf den erneuten Vorstoß der Abda reagiert, die Grippe- und Corona-Schutzimpfungen aus den Arztpraxen teilweise in die Apotheken zu verlagern. Die Impfung sei eine originär ärztliche Tätigkeit, die fundiertes medizinisches Wissen und viel Erfahrung erfordere. Dies sei in den Apotheken nicht in gleichem Maße vorhanden.

„Impfen ist und bleibt eine absolute Kernkompetenz der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte“, so Dr. Wolfgang Krombholz, Dr. Pedro Schmelz und Dr. Claudia Ritter-Rupp. „Gerade die Corona-Pandemie zeigt, dass die Impfung eben nicht nur eine Injektion in den Oberarm ist, sondern eine umfassende Aufklärung über die Wirkung der Vakzine erfordert – im besten Fall durch Kolleginnen und Kollegen, die ihre Patientinnen und Patienten schon lange kennen und denen diese vertrauen."

Anders als von der Abda behauptet, würde durch das Impfen in der Apotheke aus Sicht des KV-Vorstands die Covid-19-Impfquote nicht signifikant steigen. Die bisherige Arbeitsteilung in der ambulanten Gesundheitsversorgung mit Verteilung von Medikamenten und Impfstoffen durch Apotheken und die Behandlung der Patienten durch die niedergelassenen Ärzte habe sich in Deutschland bewährt. Daher seien auch Feldversuche wie in der Oberpfalz, Impfen in den Apotheken zu erproben, unnötig.

„Wenn von Seiten der Abda an der gut eingespielten Arbeitsteilung zwischen Apotheke und Praxen gerüttelt werden soll, dann darf in letzter Konsequenz auch das Dispensierrecht für Ärztinnen und Ärzte kein Tabuthema mehr sein“, so der Vorstand der KV.

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