EMA empfiehlt Apothekenkontrolle und Versandbeschränkung

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Berlin - Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat Empfehlungen herausgegeben, wie Lieferengpässe während der Corona-Krise vermieden werden sollen. Das Dokument mit dem Titel „Guidelines on the optimal and rational supply of medicines to avoid shortages during the Covid-19 outbreak“ sieht unter anderem eine Kontingentierung wichtiger Medikamente vor. So sollten die Mitgliedstaaten aktiv kontrollieren, dass Großhändler und Apotheken keine wichtigen Medikamente horten. Und für die Apotheken vor Ort sollten Erleichterung geschaffen werden.

Der unvorhersehbare Ausbruch der Corona-Pandemie fordere von den Mitgliedstaaten außergewöhnliche Maßnahmen, um die Gesundheit der Bürger zu schützen. Gleichzeitig gehe es darum, die gleichmäßige Verteilung von Medikamenten im gemeinsamen Binnenmarkt zu schützen; letztendlich seien alle Länder auf einen verantwortungsvollen und solidarischen Umgang seitens der Pharmaindustrie angewiesen. Laut EMA drohen aus verschiedenen Gründen Engpässe, die es durch eine optimale und rationale Lieferung und Verteilung abzufedern gelte.

Steigende Nachfrage

Durch die Corona-Pandemie sei die Nachfrage nach bestimmten Medikamenten signifikant gestiegen, so die EMA. 30 Prozent der Infizierten müssten im Krankenhaus behandelt werden; wer über Sauerstoff hinaus eine Intubation benötige, brauche auch Anästhetika, Antibiotika, Muskelrelaxantie, Antidiuretika und Medikamente zur Wiederbelebung. Bei diesen Gruppen sei der Bedarf deutlich gestiegen. Doch auch Atemwegs- und Herzmedikamente, Analgetika, Gerinnungshemmer sowie Ernährungs- und Transfusionslösungen würden für die Behandlung von Covid-19-Patienten gebraucht. Schließlich bevorrateten sich Verbraucher mit rezeptfreien Schmerzmitteln; in einigen Fällen sei wegen des gestiegenen Bedarfs an bestimmten Medikamenten zum Einsatz gegen Sars-CoV-2 auch die Versorgung von Chronikern in Gefahr. EMA und EU-Kommission sammelten Informationen zur Entwicklung und zu drohenden Engpässen

Produktion/Lieferkette

Die Kommission beobachte die Entwicklung seit Beginn der Krise; wöchentlich gebe es Treffen mit den Pharmaverbänden. Man habe an die Industrie appelliert, maximale Transparenz herzustellen und die Produktion bestimmter Medikamente hochzufahren. Es zeichne sich aber ab, dass protektionistische Maßnahmen außerhalb der EU die Lieferketten empfindlich stören könnten. Zu Störungen bei der Lieferung von Wirkstoffen kämen niedrigere Produktionskapazitäten, logistische Probleme und Transportbeschränkungen, die die Verfügbarkeit von Medikamenten beschränken könnten.

Eine Bevorratung auf regionaler Ebene könne zu weiteren Hamsterkäufen führen und die Engpässe zusätzliche befeuern; daher spricht sich die EMA für eine europäische Bevorratung aus; auf nationaler Ebene sollten nur moderate Vorräte angelegt werden. Die Behörde gibt zu bedenken, dass kein Land alleine über ausreichend Kapazitäten verfüge, um die Versorgung zu gewährleisten.

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