Die Hitze-Kontrolle der Pharmazieräte

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Temperaturverstöße gibt es laut Bauer bei den Kontrollen relativ selten. Werden längere Überschreitungen festgestellt, müsse der Inhaber nachrüsten. „Das ist in den meisten Fällen möglich.“ Nachträglich könnten Klimaanlagen, Ventilatoren oder Markisen gegen den Sonnenschutz angebracht werden. Bauer rät, bei den aktuellen Extremtemperaturen zu mobilen Anlagen. Kündige sich an, dass die Temperaturvorgaben nicht eingehalten werden, könnten sie in die betroffenen Räume geschoben werden.

Probleme sieht der Pharmazierat bei Apotheken mit Kommissionierautomaten. Die Geräte verfügten oft nicht über einen Kühlbetrieb. „Die Apotheken sparen oft bei der Klimaanlage, weil die Automaten ohnehin schon teuer sind.“ Gerade angesichts des Elektromotors könne es in den Maschinen jedoch warm werden. „Bei größeren Anlagen könnte man mit mobilen Klimaanlagen arbeiten“, rät er.

Bauer selbst öffnet momentan in seiner Löwen Apotheke im bayerischen Burglengenfeld früh morgens die Fenster. „Damit unterstütze ich die Klimaanlage.“ Die Geräte werde zudem erst am frühen Vormittag eingeschaltet, wenn es langsam wärmer werde. Auch am Wochenende müssten die Anlagen so programmiert sein, dass die Arzneimittel unter 25 °C lagerten. „Bei Neueröffnungen empfehle ich immer Klimaanlagen“, so Bauer. Alte Gebäude mit dicken Mauern hätten den Vorteil, dass sie länger kühl blieben. Auch bei bereits eingerichteten Apotheken könnten nachträglich Klimaanlagen eingebaut werden.

Die Hitze ist auch für den Versand von Waren eine Herausforderung: Ein Apotheker testete im vergangenen Sommer, wie Versandapotheken temperaturkritische Produkte behandeln. Er holte im Juli Vaginalkapseln von DocMorris aus einer Postfiliale ab. Die Kapseln waren eingeschmolzen und kamen nur noch verklebt an. Nach dem ernüchternden Ergebnis hat er mehrere temperaturkritische Arzneimittel bei verschiedenen Versendern bestellt und die Behörden eingeschaltet.

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