Apothekenkontrolle

Pharmazierätin: Hart, aber herzlich Silvia Meixner, 14.09.2018 14:58 Uhr

Berlin - Die Flensburger Apothekerin Grit Spading ist im Ehrenamt als Landespharmazierätin in Schleswig-Holstein im Einsatz. Von Sonntag bis Donnerstag findet in Osnabrück die Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft der Pharmazieräte Deutschlands (APD) statt, an der sie teilnimmt. Ihre Aufgabe beschreibt sie als „spannend“.

Dem gefürchteten Image des unbarmherzigen Pharmazierats im fortgeschrittenen Alter entspricht sie nicht. Streng ist sie trotzdem. Aber immer mit einer Portion Menschlichkeit. Und immer mit einem freundlichen Vorschlag, wie ein Apotheker, bei dem sie gerade Schwächen oder Fehler entdeckt hat, besser werden kann. Damit es nicht allzu frustrierend wird.

„Seit zwei Jahren bin ich im Kreis Dithmarschen unterwegs, betreue insgesamt 25 Apotheken. Da man mindestens eine Stunde Anfahrt rechnen muss, besuche ich meistens zwei auf einmal.“ Sie weiß, dass sie eigentlich nie so richtig willkommen ist. Aber sie ist ja auch nicht zu Kaffee und Kuchen eingeladen, sondern soll die Sicherheit der Apotheken prüfen. „Man wird entsprechend begrüßt“, erzählt sie, „wenn ich komme, passt es wirklich nie.“

Die Chefs könnten die Aufregung am besten überspielen, Filialleiter oder Angestellte bibbern ein bisschen, wenn der Vorgesetzte nicht im Haus ist, sagt sie. „Für eine Prüfung habe ich rund drei Stunden Zeit. Da kann man gar nicht alles unter die Lupe nehmen. Es ist immer nur eine Momentaufnahme.“ In alle Ecken zu schauen, sei unmöglich. Auf zwei Bereiche legt Spading besonderen Wert. „Ich fange gern mit den Betäubungsmitteln an.“ Ihre Erfahrung besagt: „Wenn es bei den BtM nicht stimmt, dann hapert es in der Apotheke auch anderswo. Wer hier genau ist, ist es meistens auch bei anderen Dingen.“

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