Verwirrung um UK-Verordnungen

Brexit: Dürfen britische Rezepte noch bedient werden? Tobias Lau, 13.01.2021 14:56 Uhr

Berlin - Die halbwegs gütliche Trennung Großbritanniens von der Europäischen Union war eine Mammutaufgabe, die beide Parteien buchstäblich in letzter Sekunde gelöst haben – mehr oder weniger. Das an Heiligabend verkündete Abkommen ist nämlich nach wie vor work in progress: Die offenen Detailfragen sind Legion und scheinbar wissen oftmals nicht mal die Behörden auf beiden Seiten so genau, wie der aktuelle Rechtsstand so ist. Das bekommen derzeit auch Apotheken zu spüren. Was tun, wenn ein Patient mit einem Telemedizin-Rezept aus Großbritannien in die Offizin kommt? Dazu weiß jeder etwas anderes zu berichten.

Der Vertrag zwischen EU und UK ist urlaubsfüllende Lektüre: Auf 1256 Seiten werden von der Übermittlung forensischer DNA-Daten bis zum Handel mit Schnaps und Essig Legionen an Detailfragen geklärt. Und geklärt ist oftmals schon recht viel gesagt: Ungezählte Fragen sind nach wie vor offen. Erst am Montag haben die Ausschüsse des EU-Parlaments begonnen, den Vertrag zu prüfen und bereits angekündigt, dass noch einiger Nachbesserungsbedarf bestehen könnte. Viele dieser offenen Punkte sind von konkreter praktischer Bedeutung: Was tue ich beispielsweise, wenn mir am HV ein Rezept aus Großbritannien vorgelegt wird?

Das muss nicht unbedingt durch Touristen oder Geschäftsreisende geschehen: Auch Telemedizin-Anbieter wie Fernarzt.com arbeiteten bisher mit Ärzten zusammen, die in Großbritannien ansässig sind. Erst vergangene Woche erhielt Apotheker Josef Kowalski* eine solche Verordnung in seiner Apotheke vorgehalten – und konnte sie nicht bedienen, weil er nicht wusste, was zu tun ist. Also griff er vergeblich zum Telefonhörer. „Nach wie vor konnte uns keine Stelle zur Gültigkeit von solchen Verordnungen nach dem Brexit Auskunft erteilen“, sagt er. Dabei, so sollte man denken, ist die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung nicht gerade ein kleines Randthema.

Doch die Angaben sind widersprüchlich: „Grundsätzlich scheidet das Vereinigte Königreich am 1. Januar 2021 aus dem Regulierungssystem der EU für Arzneimittel und Medizinprodukte aus“, heißt es dazu auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums (BMG). Tatsächlich ist es natürlich etwas komplizierter.

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