Telemedizin bekommt Leitlinie

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Berlin - Telemedizin hat während der Pandemie einen enormen Schub erlangt. Insbesondere bei Hautleiden wird die digitale Dienstleistung von den Patienten gerne angenommen. Ob allergische Reaktion, entzündeter Insektenstich oder der Verdacht auf eine virale Infektion – viele Menschen nutzen das neue Angebot der Videosprechstunden. Um die Qualität der digitalen Behandlung zu sichern, wurde nun die erste Leitlinie für die Teledermatologie erarbeitet.

Die Leitlinie, die unter der Federführung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft erarbeitet wurde, gibt evidenzbasierte Empfehlungen, wie sich per Apps, Computer & Co. die Versorgung von Patienten zum Beispiel bei Psoriasis, Neurodermitis oder chronische Wunden verbessern lässt. Es werden nicht nur Empfehlungen zu Therapieoptionen gegeben, sondern auch die Grenzen der Telemedizin aufgezeigt.

Atopische Dermatitis

Die atopische Dermatitis (Neurodermitis) ist die häufigste chronische Hauterkrankung. Die chronisch entzündliche Hauterkrankung geht mit starkem Trockenheitsgefühl und Juckreiz einher. Die Behandlung mittels Telemedizin ist laut Deutscher Dermatologischer Gesellschaft möglich. Insgesamt existieren vier internationale kontrollierte Studien zum Einsatz der Teledermatologie beim atopischen Exzem. Therapeutisch hat die Basispflege einen hohen Stellenwert. Durch regelmäßiges Cremen mit geeigneten Dermatika soll eine Exazerbation verhindert werden. Im akuten Schub kommen häufig topische Glucocorticoide zum Einsatz. Diese können vom Telemediziner verschrieben werden. Eine Erstdiagnostik allein auf der Basis eines teledermatologischen Befundes soll nicht erfolgen.

Psoriasis

Zur teledermatologischen Versorgung der Psoriasis wurden insgesamt sechs kontrollierte Studien publiziert. Auch hier gilt: Eine Erstdiagnostik sollte nur beim Mediziner vor Ort erfolgen. Die Verlaufskontrollen oder allgemeine Beratungsgespräche hingegen können laut Leitlinie auch online erfolgen. Die Studien zeigen, dass die Telemedizin zur Steigerung der Adhärenz und Compliance beitragen kann. „Insgesamt lassen die genannten Studien somit einen Nutzen der unterstützenden teledermatologischen Versorgung bei Psoriasis erkennen“, heißt es in der Leitlinie.

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