BAK empfiehlt Plexiglas-Schutzwände in Apotheken

, Uhr

Gemäß MuSchG dürfe der Arbeitgeber schwangere und stillende Frauen keine Tätigkeiten ausüben lassen und sie keinen Arbeitsbedingungen aussetzen, bei denen sie in einem Maß mit Biostoffen der Risikogruppe 2, 3 oder 4 in Kontakt kommen oder kommen könnten, das für sie oder für ihr Kind eine unverantwortbare Gefährdung darstelle, so die BAK. Gemäß JArbSchG dürften auch Jugendliche nicht mit Arbeiten, bei denen sie schädlichen Einwirkungen von Biostoffen im Sinne der BioStoffV ausgesetzt seien, beschäftigt werden, es sei denn, diese Tätigkeit sei zum Erreichen des Ausbildungsziels erforderlich und die nicht gezielte Tätigkeit falle nach Biostoffverordnung nicht in die Schutzgruppe 3 oder 4. „Mit Beschluss vom 19.02.2020 hat der ABAS den Sars-CoV-2 nach § 3 Abs. 1 BioStoffV vorläufig in die Risikogruppe 3 eingestuft, so dass der Apothekenleiter eine Entscheidung über ein Beschäftigungsverbot für Schwangere, Stillende und Jugendliche in seiner Apotheke treffen muss“, so die BAK.

Weitere Hinweise gibt die BAK zum Botendienst:

  • „Eine potenzielle Infektionsgefahr durch den direkten Kontakt mit dem Erkrankten besteht auch für Apothekenmitarbeiter, die im Rahmen des Botendienstes (Home Service) Arzneimittel an Covid-19-erkrankte Patienten nach Hause liefern.“ Die BAK empfiehlt, möglichst den direkten Kontakt mit dem Patienten zu vermeiden, die Wohnung nicht zu betreten, räumlichen Abstand zum Patienten zu wahren und dem Patienten nicht die Hand zu geben. „Eventuell entgegengenommene Rezepte in verschließbare Plastiktüten verpacken“, so die Empfehlung.

Darüber hinaus gibt die Bundesapothekerkammer folgende Hinweise:

  • Benutzung und sichere Entsorgung von Einmaltaschentüchern (Abfallbehälter mit Deckel und Plastiktüte)
  • Regelmäßige intensive Raumbelüftung
  • Einsatz von Desinfektionsmitteln für Hände- und Flächendesinfektion mit Wirksamkeit gegen umhüllte Viren und vom Hersteller als „begrenzt viruzid“ wirksam deklariert
  • Grundsätzlich bei manuellen Arbeiten mit Desinfektionsmitteln flüssigkeitsdichte Schutzhandschuhe tragen, die bis zum Unterarm reichen
  • Für Zubereitung der Desinfektionsmittellösungen nur kaltes oder handwarmes (kein heißes!) Wasser verwenden
  • Desinfektionsmittelkonzentrate nur in das Wasser geben, nicht umgekehrt. Unterschiedliche Desinfektionsmittel nicht miteinander mischen, keine Zugabe von Reinigungsmitteln.
  • Schmuck an Händen und Unterarmen, Uhren, Ringe – auch Eheringe - vor der Tätigkeit ablegen.
  • Hände nach dem Ablegen des Mund-Nasen-Schutzes desinfizieren.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema
Mehr zum Thema
Versicherung, Personal, sonstige Impfungen
Corona-Impfung: Was Apotheken jetzt schon tun können »
Strafrechtler Dr. Patrick Teubner
FAQ: Gefälschte Impfausweise »
Mehr aus Ressort
ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick
Spahns Songs für den Zapfenstreich »
Immer mehr gefälschte Impfnachweise
Polizeipräsident lobt Apotheken »
Weiteres
Kriedel: „Er tritt die Motivationsbremse noch weiter durch“
Ärzte rechnen mit Spahn ab: „Grenze des Machbaren weit überschritten“»
„Versuchskaninchen im Gesundheitswesen“
E-Rezept: Ärzte wollen Einführung mit Petition stoppen»
Einführung trotz winziger Testzahlen
E-Rezept: BMG hält am 1. Januar fest»
Pessina will Apothekenkette verkaufen
Bericht: Walgreens bald ohne Boots»