Apotheke: Kamera auf Toilette

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Berlin - Ein Apotheker im Marburger Raum soll Angestellte mit versteckt angebrachten Kameras beobachtet haben, die vermutlich auch in einer Mitarbeitertoilette installiert waren. Die Staatsanwaltschaft Limburg bestätigt, dass gegen den Inhaber ermittelt wird. Die Apotheke wurde durchsucht.

„Es gab eine Durchsuchung“, bestätigt Oberstaatsanwalt Hans-Joachim Herrchen. Dabei wurden zwar keine Kameras gefunden. Es seien aber Speichermedien mit Bildern entdeckt worden. Diese wurden sichergestellt. Offenbar wurden Bilder mehrerer Überwachungskameras entdeckt. Dass es sich dabei auch um Aufnahmen aus dem Toilettenbereich handelt, bestätigte Herrchen nicht. Nicht bekannt ist zudem, ob Aufnahmen von Kunden der Apotheke gemacht wurden.

„Wir sind noch am Anfang des Ermittlungsverfahrens“, so Herrchen. Der Apotheker habe sich bislang gegenüber den Behörden nicht zu den Vorwürfen äußern wollen. Aus diesem Grund ist auch das Motiv noch unklar. Ermittelt wird gegen den Mann wegen der „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen“. Derzeit würden die Mitarbeiter befragt und ermittelt, ob Strafantrag gestellt werde.

Das Strafmaß für illegale Bildaufzeichnen sieht eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren vor. Laut Herrchen handelt es sich um ein sogenanntes Antragsdelikt. Das heißt, die Behörden verfolgen die Straftat nur, wenn eine oder mehrere Angestellte einen Strafantrag gegen den Apotheker stellen. Weil die Ermittlungen noch laufen, hat die Staatsanwaltschaft bislang keine Anklage gegen den Apotheker erhoben. In welchem Zeitraum die Aufnahmen erfolgten, sagte Herrchen nicht. Zunächst werde nochmals der Apotheker angehört. „Das sind die nächsten Schritte“, sagte der Oberstaatsanwalt. Auch wie das Verfahren ins Rollen gekommen ist, wollte Herrchen nicht verraten. Zuerst hatte der „Hinterländer Anzeiger“ darüber berichtet.

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