Gematik legt nach – ePGla ersetzt E-Rezept

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Berlin - E-Rezept ist doch total 2019, denkt man sich bei der Gematik. Viel zu umständlich, viel zu wenige Informationen. Deswegen wird jetzt das nächste Großprojekt gestemmt, die elektronische Patientenbrille – kurz ePGla (weil das besser klingt als ePaBrill). Eine damit ausgestatte Apothekerin oder PTA sieht auf den ersten Blick, was der Patientin fehlt und was sie will.

Die ePGla funktioniert über einen Iris-Scan. 1,2 Sekunden Blickkontakt genügen: Vor die Augen des pharmazeutischen Fachpersonals werden alle in der Kundendatei hinterlegten Daten projiziert sowie die gesamte Medikationshistorie samt Wechselwirkungscheck. Doch das ist längst nicht alles. Die Brille kann auch Vitaldaten messen, die aktuelle Stimmungslage erfassen und erleichtert damit den Einstieg ins Gespräch.

Das Team in der Fiktionalis-Apotheke, in der die Brille getestet wird, ist begeistert: Schon bevor der Kunde am HV-Tisch angekommen ist, hat ihn die ePGla erfasst und dank der Verbindung zum Warenlager festgestellt, dass das Rabattarzneimittel vorrätig ist. Ein angedeutetes Nicken der Apothekerin begrüßt nicht nur Kundin Gerda S., sondern löst auch die Auslieferung beim ebenfalls verbundenen Kommissionierer aus. „Zuzahlungsstatus: befreit“ zeigt die Superbrille an und „Stimmung: gut gelaunt.“

An das zweite Bild im Blickfeld hat man sich schnell gewöhnt. Es erfordert nur etwas mehr Konzentration, das Kundengespräch ohne von außen erkennbare Ablenkung weiter zu führen und gleichzeitig die Sonder-PZN zu blinzeln. Dialogvorschläge soll die ePGla mit dem nächsten Update zusätzlich liefern, ebenso die langersehnte Dioptrien-Option. Etwas praxisfern war keiner bei der Gematik auf die Idee gekommen, die Dinger mit variabler Sehstärke auf den Markt zu bringen. Die Unfälle im Gegenverkehr hinter dem HV-Tisch sind ein klarer Minuspunkt. Die bestens vorbereitete Kundin wollte übrigens heute nur die Umschau. „Wie bitte? Mai Leif? Na, dann eben die.“

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