Der erste Rezeptmakler Deutschlands

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Nein, Rezeptmakler will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eigentlich nicht. Ärzte dürfen auch E-Rezepte nicht zuweisen. So steht es zumindest in dem Rest von Apothekenstärkungsgesetz, das der Minister irgendwo auf seinem Schreibtisch verlegt hat. Jedenfalls möchte Spahn nicht, dass Krankenkassen ihre Versicherten zu einer bestimmten Apotheke schicken. Nur gilt das Sozialgesetzbuch V eben nicht für die private Krankenversicherung. Deshalb durfte die Central (Generali) tatsächlich so einen Deal mit einer Versandapotheke schließen. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte daran nichts auszusetzen und nicht nur der Bundesrat mahnt die Regierung jetzt, hier noch nachzuschärfen. Sonst laufen wirklich bald Makler durch die Republik.

Nachzubessern ist in diesem Zusammenhang auch, dass sich ausländische Versandapotheken ebenfalls keine Rezepte mehr zuweisen lassen dürfen. Denn auch das musste der BGH zähneknirschend bestätigen: Aktuell gilt das Apothekenrecht an dieser Stelle nicht für Versender im EU-Ausland. Und das Argument, dass sie dann wenigstens keine Boni mehr gewähren würden, verfängt eher nicht. Selbst der Gardasil-Außendienst empfihelt schon Versandapotheken.

Den Kampf für die Apotheken vor Ort auf die Fahne geschrieben hat sich die Noweda. Klar, sie gehört ja auch den Apotheken vor Ort. Entsprechend positiv-kämpferisch dürfte es heute zugehen, wenn Noweda-Chef Dr. Michael Kuck am Nachmittag die notorisch guten Zahlen präsentiert. Spannende Frage für das nächste Geschäftsjahr: Wie viele Apotheken außerhalb des Noweda-Kosmos lassen sich noch für den Zukunftspakt begeistern?

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